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Miten päästä espanjaan – Mazda Cape To Cape

5.500 Kilometer quer durch Europa – in fünf Tagen, mit nur fünf Tankladungen! Die Mazda Cape To Cape Tour ist eine Herausforderung. Mit dem Mazda3 geht es vom Nordkap zum Cape Tarifa an der Straße von Gibraltar. ++ So lief Tag 1, vom Nordkap ins schwedische Piteå ++

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Diese Ruhe!
Ich stehe am nördlichsten Landpunkt Europas, und was auffällt, ist diese Ruhe. Kein Wind, kein Vogel, kein Auto. Nichts. Selbst das Meer ist so tief unter mir, dass das Rauschen der wilden See nicht an meine Ohren dringt.
Hier oben bist du – wenn nicht gerade drei Busse Touristen neben dir stehen – allein.

Die letzten 15 Kilometer zum Nordkap fährt man im Konvoi: vornweg ein mit Betonklotz beladener Schneeschieber, hinter uns noch eine Handvoll Autos. Wir schlängeln uns über eine enge Straße auf welcher keine zwei Autos nebeneinander fahren können. Links und rechts gut zwei Meter hohe Schneewände. Kaum vorstellbar trotzdem, wie es hier aussieht, wenn schlechtes Wetter ist. Denn das Nordkap meint es gut mit uns: Sommersonne, blauer Himmel, Plusgrade.

Norwegen, du kalter Norden

Dass es hier oben auch anders geht, davon bekommen wir an Tag darauf eine Vorstellung. Als wir Morgens um 6 Uhr erneut ans Kap fahren herrscht dicker Nebel, der Wind jagt unsichtbare Geister übers Land und unten rennt das Meer geräuschvoll aber kaum sichtbar gegen die steilen Felsen.

Es geht los.
Gegen 7 Uhr Morgens starten wir. Als Kolonne geht es die ersten 15 Kilometer vom Nordkap – und dann ist jeder der Mazda Cape To Cape Tour-Fahrerteams auf sich gestellt.

Am Ende haben wir 895 Kilometer absolviert, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 67 km/h, und einem Verbrauch von 5,1 Litern (*).

Das erste Teilstück führte uns von Norwegen nach Finnland. Entlang der Küste geht es vorbei, über, unter und durch steile Fjörde. Das Wetter ist, wie man es sich für Nord-Norwegen vorstellt: es nieselt, ist kalt und windig. Die Fotostopps sind häufig, aber kurz. Eigentlich willst du dauernd stehen bleiben und diese knorrigen, trotzenden Felsen fotografieren.
Je weiter wird uns Finnland nähern, um so klarer wird das Wetter. Irgendwann verlassen wir die Küste und fahren Richtung Landesinnere. Der Weg durch Finnland ist eher kurz: rund 180 Kilometer verbringen wir hier. Inklusive eines Zwischenstopps. Frühstück in Norwegen, ein spätes Mittag – mittlerweile ist es 15:30 Uhr – in Finnland und das Abendessen wartet im Hotel im schwedischen Piteå auf uns. Internationale Küche mal anders.

(*) Der „Sieben Kilometer-Zwischenfall“

Die Herausforderung der Mazda Cape To Cape Tour ist es – eigentlich – die Etappen von 900 bis 1.200 Kilometer mit möglichst nur einer Tankfüllung zu meistern. Weil die erste Etappe mit rund 900 Kilometern die kürzeste ist, gehen wir alle zuversichtlich ins „Rennen“.
Wir – das zur Erklärung – sind aus Deutschland zwei Mazda3, das Team „AutoBILD“ und das Team „Mazda“. Zudem versuchen sich zwei russische Mazda CX-5 sowie ein britischer Mazda6 an der Herausforderung. Alle Fahrzeuge verfügen über die gleichen Aggregate: den Mazda SkyActiv 2,2 Liter-Diesel mit 110 kW (150 PS).
In unserem Mazda3 Fünftürer sollte der eigentlich etwas weniger verbrauchen, als in den größeren Brüdern – dafür haben die einen 6 bis 10 Liter größeren Tank.

Das Problem.
Womit wir nicht gerechnet haben: das erste Teilstück in Norwegen ist windig, kalt – und steil. Die Küstenstraße ist zudem natürlich kurvenreich, was spritsparen auch schwierig macht. Und so haben wir auf den ersten zwei- bis dreihundert Kilometern einen Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern. Das letzte Teilstück in Schweden absolviere ich mit 4,2 Litern, trotzdem stehen am Ende fünf Liter Durchschnitt in der Anzeige. Trotzdem kein schlechter Wert für einen Klimaanlage befeuernden, Smartphones ladenden, winterbeeiften Mazda3 in Norwegen.

Trotzdem.
Wir haben ein Problem: eine Differenz zwischen „Kilometer bis zum Ziel“ im Navigationssystem und berechneter Restreichweite des Bordcomputers.
Die beträgt 70 Kilometer. Und obwohl ich irgendwo in Schweden dann noch 50 Kilometer „finde“ beobachten wir, wie die Restreichweite gen Null sinkt.
Und als sie bei „7“ steht verlässt uns der Mut. Wir beschließen den Notfall-Kanister ins Auto zu kippen. Also Stopp und rein damit.

Für mich ist es das erste Mal, dass ich ein Auto mit einem Kanister betanke. Sowas!
Nach 860 Kilometer sitze ich danach mit Diesel-Händen erstmals auf dem Beifahrersitz: „Fass Nichts an!“, lautet das lachende Kommando im Auto.

Während ich den Kanister ins Auto bugsiere überholt uns das Team „AutoBILD“ hupend, halten kurz und erklären: „Wir fahren mit ‚Null‘!“ Und tatsächlich: Als wir die 20 Liter im Tank haben, zeigt der Mazda trotzig „halbvoll“ an – da waren also noch mindestens fünf Liter drin! Wir fahren wieder los, nur um fünf Kilometer weiter vorn die AutoBILD-Jungs zu überholen …

Abends um 21 Uhr erreichen wir das Hotel in Pineå. Zehn Minuten später kommt die AutoBILD – und jedes Mitglied des Teams ruft uns beim Aussteigen zu: „Das hättet ihr locker geschafft!“. Insgesamt 45 Kilometer hat der rote Mazda3 der Hamburger auf „Null“ noch geschafft, bis sie ihn beim erstem „Stottern“ sofort stoppten.

Der erste Tag der Mazda Cape To Cape endet also mit einer ersten Lektion. Und nach 13:18 Stunden auf der Straße (inklusive Foto-Pausen). Am Sonntag geht es von Piteå runter nach Jonköpping. Ein Tag in Schweden mit 1.200 Kilometern vor uns – und mit einem neuen Tankstopp?