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Ford Focus ST

Ford Focus ST – Ein Herbstmärchen

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die besonders Freude machen. Sonne. Buntes Laub. Trockenere Asphalt. Und der Ford Focus ST. Eine erste Ausfahrt.

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Der Wind zieht übers Land. Sturm. Die Wolken, welche er in hohem Tempo vor sich her treibt, lassen die Sonne nur mit wenigen Sonnenstrahlen bis auf die Erde hinab. Laub weht in wilden Pirouetten über die Strassen. Auch wenn ich den Herbst liebe, er ist an diesem Tag nicht, was mir ein breites Lächeln ins Gesicht stempelt. Es ist die Straße vor mir, und der Sound, der mich auf ihr begleitet. Dieses satte Dröhnen aus dem am Heck mittig platzierten, dreieckigen Endrohr des Ford Focus ST.

250 PS ziehen mich über die leeren Landstraßen im sächsischen Nirgendwo, zwei Dutzend Kilometer südlich von Leipzig. 360 Newtonmeter krallen sich über die Räder in den Asphalt. Nur gezügelt von der Ford-eigenen Torque Vectoring Control (eTVC), einem elektronischen Zauberer. Der behält mich und die Räder im Auge, dirigiert, wie ein Löwenbändiger, die bloße mechanische Gewalt. So, dass ich der Vorstellung des Focus ST fasziniert folgen kann – statt von ihm angefallen und aus dieser mit Asphalt ausgelegten Manege namens Landstraße getragen zu werden.

Mit jedem kräftigeren Tritt auf das Gaspedal schnellt der Zeiger in der Anzeige des Turbo-Boosts, die in der Mitte des Armaturenbretts thront, nach rechts. Bläst der automobile Räuber sein kerniges Grollen in die Umwelt.

Der Wind hämmert von links an die Tür, schickt eine Ladung trockenes Laub über die Straße, gerade wie der Dompteur in der Manege den Feuerreifen hervor holt. Der ST verzieht keinen Zentimeter, stemmt sich gegen Gevatter Sturm und springt zur nächsten Kurve. Er folgt ihr, langgezogen, zielgetreu. Hält den Körper gerade, spannt den ledernen Sitz um den Fahrer straf und ruft dem Wind entgegen: heute bist nicht Du der Entertainer, heute bin ich es!

Ford Focus ST – Der macht Freude

Dieses Auto macht einfach Freude. Der kompakte Kölner wuselt unkompliziert und straf über die Straßen. Und auch, wenn er auf der Autobahn die Nadel auf dem großen Tacho bis zur 249 ziehen kann – richtig wohl fühlt er sich auf der Landstraße. Kurven sind sein Zuhause, und die oben angesprochen eTVC macht den Focus im Zusammenspiel mit einer sehr direkten Lenkung (1,8 statt 2,5 Lenkrad-Drehungen von Anschlag zu Anschlag) trotz reinem Frontantrieb zum wilden Kurvenräuber.

Der Ford Focus ST ist ein Golf GTI Jäger. Und als solcher lässt er so manchen BMW 3er oder auch Audi auf der Straße stehen. Wer sich ob des ausladenden, fast schon prolligen, Aussehens des ST wirklich genötigt sieht, ihn herauszufordern hat so seine Mühen mit ihm – so gut läuft er selbst in der elastischen Beschleunigung davon.

Den Druck aufs Gas untermalt er dabei mit einem kräftigen Bollern aus dem Auspuff – den Sound liefert dabei natürlich nicht der Turbo-Vierzylinder allein. Ihn unterstützt ein aktiver Sound Composer. An die Art der Geräusche-Untermalung muss sich der sportlich orientierte Fahrer zunehmend gewöhnen. Waren die Auspuff-Dröhnrohre lang belächelt, kommen heute selbst Spitzensportler wie der BMW M5 oder Audi RS6 nicht mehr ohne die Künstlichkeit beim Sound aus – nicht zuletzt das zunehmende Downsizing bei Motoren ist hieran Schuld.
Auf der anderen Seite gelingt den Ford Technikern, das Dröhnen des Ford ST nicht zu einem nervigen Geräusch zu machen. Wo beispielsweise der Audi RS6 im Test mit seinem künstlichen Sound recht fix nervte, mag man vom Rallye-Sound des Focus kaum genug bekommen.

Beim ST nerven tut wenig: der kleine Monitor für das Infotainment-System vielleicht, der genau so groß, aber wesentlich grob-pixeliger als mein iPhone ist. Dafür arbeitet das Ford Sync-System hervorragend mit meinem Telefon zusammen – lässt mich Apps wie Spotify unkompliziert nutzen. Außerdem entschädigen die Recaro-Sitze für vieles. Die Sportsitze geben hervorragenden Seitenhalt, umschlingen Fahrer und Beifahrer regelrecht, werden aber selbst auf längeren Reisen nicht unbequem. Sie stehen damit symbolisch für den gesamten ST – der ein hervorragend gelungener Kompromiss ist.

Der Focus ST ist ein kleines Raubein. Eines, dass sein toughes Sein mit Fahrspaß und einem guten Alltagsnutzen verbindet. Und das für 27.950 Euro Einstiegspreis.
Und auch, wenn das Wort “Kompromiss” im Deutschen vielleicht seltsam besetzt ist – es muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein. Der Focus ST beweist das Gegenteil. Für mich ist er ein Kompromiss, aus dem ich in den letzten Tagen immer mit Wehmut ausgestiegen bin, wenn die Fahrt vorbei war.

Wer mehr zum Ford Focus ST wissen will: in ein paar Tagen gibt es den ausführlicheren Alltagstest an dieser Stelle zu lesen.

  • arakari.blogspot.de

    Hallo!

    Ich bin zufällig auf diesen Blog gestoßen. Ich suche für meinen noch Partnerseiten. Schaut doch auch einfach mal vorbei.

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  • Rob

    “in ein paar Tagen gibt es den ausführlicheren Alltagstest an dieser Stelle zu lesen”

    Kommt der noch oder hab ich ihn übersehen? Der Focus ST ist wirklich ein tolles Auto, da kann man gar nicht genug drüber lesen und sehen wenn man ihn “noch” nicht besitzt. ;-)
    LG