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Mercedes verkauft Autos jetzt online

Mit einem Klick über 40.000 Euro ausgeben? Geht: Aktuelle Mercedes-Benz Modelle lassen sich jetzt online kaufen. Wie es geht und warum das nur konsequent ist …

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Bücher, Elektrogeräte, Pflanzen und Essen.
Es gibt fast nichts mehr, dass wir nicht online kaufen.

Autos gehörten bis heute dazu. Doch selbst das kann sich nun ändern.
Mercedes startet als erster Autohersteller einen Online-Shop, in dem man aktuelle Modelle direkt per Mausklick kaufen kann. Zum Händler muss man am Ende nur noch, um das Fahrzeug abzuholen.

Den eigenen Wunsch-Mercedes mit einem Klick kaufen; fast

Der Schritt von Mercedes gleicht einer Revolution.
Denn bisher waren die Hersteller auf Händler angewiesen; was nicht zuletzt auch rechtliche Gründe hatte. BMW zum Beispiel bietet seinen elektrischen BMW i3 zwar auch online direkt vom Hersteller zum Kauf oder Leasing an – den Weg zum Händler spart man sich dadurch jedoch nicht. Grund: Der Kaufvertrag muss unterschrieben und bei Leasing-Optionen die Personalien geprüft werden. Den letztgenannten Schritt erspart die Mercedes Bank den eigenen Kunden nun kurzerhand durch das Video-Ident-Verfahren.
Dieses Verfahren kennt man bisher vor allem aus dem Bankenbereich. Viele Online-Banken nutzen es, um die persönlichen Daten eines Nutzers zu verifizieren. Der Kunde zeigt sich dabei in einem Video-Chat, beantwortet einige Fragen und hält anschließend beide Seiten seines Ausweisdokuments in die Kamera.

Ganz allein online geht es aber auch bei Mercedes (noch) nicht: Der Kaufvertrag wird per Post verschickt und muss vom künftigen Mercedes-Fahrer unterschrieben per Post zurück gesandt werden. Anschließend wird alles geprüft und das Fahrzeug zum Mercedes-Partner in der Nähe verbracht, bei dem der Kunde sein Fahrzeug abholen kann.

Aktuell stehen im Mercedes Pkw-Online-Shop 15 vorkonfigurierte Modelle zur Verfügung – inklusive Elektro- und Hybridmodelle. Will man detaillierte Änderungen vornehmen, bleibt der Weg zum Händler auch künftig nicht erspart. Immerhin aber verspricht Mercedes eine tägliche Aktualisierung mit Modellen.

Hilfe im Online-Shopping erhalten Kunden durch Produktexperten via Telefon, E-Mail und Chat.

Mercedes hat durchaus bereits Erfahrung mit dem Online-Verkauf von Modellen. Seit 2014 bieten die Stuttgarter Hamburger Kunden bereits die Modelle online an. Und die Tochter-Firma smart verkauft seit Ende 2015 ihre Modelle in Italien auch online.

Der Mercedes-Shop übrigens ist auch für mobile Geräte optimiert …; wann wohl der erste Käufer zuschlägt, während er entnervt von der nächsten Verspätung auf die Bahn wartet?

Der Händler ist für viele Kunden nur noch notwendiges Übel

Mercedes-Hersteller Daimler geht mit dem neuen Angebot einen konsequenten Schritt, der sich bereits seit Jahren abzeichnet. Zwar werden in Deutschland seit Jahren konstant knapp 3,2 Millionen Neuwagen verkauft, für die Autohäuser vor Ort wird das Geschäft aber unprofitabel. Sie halten sich vor allem mit Werkstatt-Dienstleistungen und Serviceverträgen auf dem Markt.
Gab es 2014 noch über 7.800 Autohäuser waren es 2015 nur noch 7.400.

Die Beratung holen sich Kunden heute oftmals nicht mehr beim Händler, sondern in Online-Foren oder direkt auf den Seiten der Hersteller. Im Rahmen einer Umfrage von Accenture unter Autofahrern in elf Ländern gaben 80 Prozent der Befragten an, im Vorfeld eines Autokaufs mindestens sechs Websites zu Rate zu ziehen. Zudem konfiguriert die überwiegende Zahl der Neuwagenkäufer – rund 80 Prozent derer, die sich für eine deutsche Premium-Automarke entscheiden – ihr vollständiges Auto von Zuhause aus über die Webseite des Herstellers. Und das oftmals zu Zeiten, in denen kein Autohaus mehr offen hat.
Die Händler sind für viele Kunden im Entscheidungs- und Kauf-Prozess meist nur noch notwendiges Übel. Entweder, weil Verkäufer in Autohäusern unfreundlich sind, keine Zeit oder die falschen Öffnungszeiten haben.

Auf diese Entwicklung reagieren die Hersteller zunehmend. Mit Einrichtungen wie dem Mercedes me Store in Hamburg, oder Brand Showrooms wie dem BMW George V in Paris – diese „Stores“ sind Showrooms, in denen ein Lebensgefühl vermittelt wird. Ein wirkliches Auto kaufen soll oder kann man dort nicht.

Mit dem Online-Shop ist der Wunsch-Mercedes jetzt jederzeit und überall zu kaufen.
Wie viele Kunden nun tatsächlich den eigenen Mercedes lieber online kaufen werden, wird man abwarten müssen – auch, ob Mercedes dazu überhaupt einmal Zahlen bereit stellt. Der Shop aber ist der nächste Schritt in einer Evolution, an deren Ende vielleicht nicht mehr der Neuwagen als Ziel steht, sondern ein Nutzungsvertrag, wie ihn Audi-Chef Rupert Stadler vor wenigen Wochen skizzierte. Stadler kündigte mit „Audi select“ ein Programm an, bei dem Kunden im Jahr zwischen maximal drei Audi-Modellen wechseln könnten. Schon heute machen Firmenfahrzeuge rund 80 % der Neuverkäufe von Audi, BMW und Mercedes aus – Menschen also, die aller drei Jahre ihr Fahrzeug wechseln. Deren Entscheidungswege sind in der Regel kürzer und flexibler, ein Online-Shop kommt denen unter Umständen schlichtweg gelegen.