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Willkommen bei autokarma. Hier geht es um Autos, Elektromobilität und mehr. Dieser Beitrag hat Autonomes Fahren und BMW und BMW i zum Thema.

BMW, Intel und Mobileye kündigen offene Plattform für autonomes Fahren an

BMW will gemeinsam mit Intel und Mobileye eine gemeinsame Plattform für autonome Fahrzeuge entwickeln und diese als offenen Standard für die gesamte Industrie etablieren. Ziel für BMW: Der BMW iNEXT als voll-autonomes Auto in 2021.

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Im März kündigte BMW erstmals das Projekt BMW iNEXT an – ein autonomes Fahrzeug im Luxus-Segment. Was viele als Neuausrichtung von BMW i sahen, ist in der Tat nur der nächste Schritt.

Den Schuh für diesen nächsten Schritt schnürt BMW nun mit einem Joint-Venture, dass die Münchner mit Intel und dem Unternehmen Mobileye eingehen. Gemeinsam wollen die drei Unternehmen die Vision vom selbst-fahrenden Auto innerhalb der Future Mobility verwirklichen. Das Ziel: Ein vollständig autonom agierendes Fahrzeug 2021 serienreif bauen zu können. Den BMW iNEXT.

BMW, Mobileye und Intel entwickeln Plattform für autonome Fahrzeuge – und darüber hinaus

Dies kündigten die drei Unternehmens-Vorstände Harald Krüger (BMW), Brian Krzanich (Intel) und Amnon Shashua (Mobileye) heute auf einer Pressekonferenz an.
Die Veranstaltung kommt ausgerechnet an dem Tag, an welchem der erste tödliche Zwischenfall mit einem teil-autonom gesteuerten Tesla bekannt wurde. Das ist tragisch, zeigt aber auch: Das Thema lässt sich nicht aufhalten.

In Zukunft werden autonome Fahrzeuge zu unserem Alltag gehören. Sie lassen uns in der schnelllebigen Gesellschaft ein echtes Luxusgut zugänglich machen: Zeit.
Voll-autonome Fahrzeuge sind komplexe technische Gebilde. Sie benötigen nicht nur zahlreiche Sensoren, sondern auch eine gewisse Intelligenz. Und diese Intelligenz kann nicht im Auto enden, sondern muss durch Netzwerke sicher gestellt werden – autonome Fahrzeuge müssen in der Lage sein zu lernen. Dafür sind stabile mobile Netzwerke und schnelle Rechenzentren notwendig. Technologien, die nicht zu den Kernkompetenzen traditioneller Hersteller gehören. Deshalb holt sich BMW nun mit Intel und Mobileye entsprechende Partner in die Entwicklung.

Gemeinsam wollen die Unternehmen die notwendigen Ressourcen und Lösungen entwickeln, um den vollautonomen BMW iNEXT Realität werden zu lassen. Wie dieses Fahrzeug agieren könnte, hat BMW Anfang des Jahres bereits mit dem BMW i Vision Future Interaction gezeigt.

Diese Vision soll nun 2021 mit dem BMW iNEXT wahr werden.
Ausgehend von diesem Fahrzeug soll dann die gesamte Flotte von BMW mit entsprechenden Technologien ausgestattet werden können. Diesen Weg hat BMW auch bereits für die Elektrifizierung eingeschlagen – ausgehen von BMW i zieht die elektrische eDrive Plug-in Hybrid-Technologie nun in immer mehr Fahrzeuge der Kernmarke ein.

Was ist nun eigentlich autonomes Fahren?

Autonomie bei Fahrzeugen definiert man auf 5 Leveln.
Level 0 sind Auto ohne jegliche Assistenzsysteme wie Tempomat und Co.
Darauf folgt Level 1. Hier unterstützen Systeme den Fahrer – Spurverlassenswarner fallen zum Beispiel in diese Kategorie, oder „sture“ Tempomaten, welche die Geschwindkeit halten.

Level 2 sind dann Systeme, die schon aktiv helfen können – Spurhalteassistenten, die aktiv in die Lenkung eingreifen. Oder Adaptive Tempomaten, die sich der Geschwindigkeit des umliegenden Verkehrs anpassen und selbständig beschleunigen oder bremsen können.

Level 3 sind Fahrzeuge, die wie sie die aktuelle Mercedes E-Klasse bieten, der BMW 7er oder Teslas Autopilot. Das sind Systeme, die allein handeln können, aber hier und da noch um die Hilfe des Fahrers bitten. Zum Beispiel, in dem sie alle 30 Sekunden eine Hand am Lenkrad fordern.
Der Fahrer agiert hier als Überwacher und „Fall-Back“, das System kann also jederzeit den Fahrer auffordern wieder zu übernehmen. Auf dieser Stufe befinden wir uns heute bereits recht zuverlässig.

BMW Brand-Managerin Hildegard Wortmann beschrieb die nächsten Level vor einigen Tagen auf der DLDsummer Konferenz wie folgt: Mit der heutigen Technologie kann der Fahrer die Hände mal vom Lenkrad nehmen. Zukünftig kann er dann die Augen woanders beschäftigen (Level 4) und letzten Endes auch das Gehirn. Mit Level 5 nämlich kann das Auto – KITT-like – gänzlich auf den Fahrer verzichten. So wäre es beispielsweise vorstellbar, dass nicht mehr wir das Auto vom Parkplatz, sondern uns das Auto vorm Restaurant abholt.
Mit aktuellen Fahrzeugen sind die letzten Level 3 bis 5 aktuell noch nicht möglich – auch, wenn so mancher Tesla-Fahrer den Autopilot wohl gern so versteht.

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BMW, Intel und Mobileye wollen mit der neuen Vereinbarungen einen Industriestandard schaffen, dem eine offene Plattform für autonomes Fahren folgen soll. Diese Plattform wird die Level 3 bis 5 ermöglichen und soll Zulieferern, anderen Autobauern und Industrien zur Verfügung gestellt werden.
So ist ein vollumfängliches Vernetzungs-Paket geplant, welches die Verbindung kleiner Geräte wie Smartphone und Smartwatch über das vernetzte Smart Home bis hin zum Smart Car wie dem BMW iNEXT ermöglichen soll.

Die Unternehmen wollen auf dem Weg bis 2021 diverse Meilensteine setzen, um das Ziel eines vollständig autonomen Autos auf Basis einer Referenz-Architektur zu erreichen. Noch in diesem Jahr sollen erste autonome Testfahrt mit hochautomatisierten Prototypen starten. Im Jahr 2017 soll es dann bereits eine ganze Flotte geben.

Mit diesem Schritt positioniert sich BMW ganz klar auch gegen Google, die massiv am Thema autonomes Fahren arbeiten. BMW will die Daten seiner Fahrer gern selbst verwalten und sich nicht auf Technologie von Apple und Google verlassen. Damit macht BMW in dem Joint-Venture mit Intel und Mobileye einen weiteren großen Schritt in Richtung digitales Unternehmen.