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Bringen autonome Autos einen Content-Boom?

Autonome Autos bringen uns neue Freiheiten. Hinter dem Lenkrad könnten wir bald lesen oder Filme schauen – geliefert werden diese Inhalte dann vielleicht vom Autobauer direkt. Wird zum Beispiel Volkswagen zu einem Verlag für digitale Inhalte?

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Der Automobilbranche steht mit der Digitalisierung ein extremer Wandel ins Haus. In den kommenden 20 Jahren dürfte sich die Industrie so massiv verändern, wie in den letzten 100 Jahren nicht.

Neben den technischen Herausforderungen der vernetzen und autonomen Autos kommen veränderte Kundenansprüche auf die Hersteller zu.
Zum einen müssen wir heute nicht mehr so mobil sein, wie vor 50 Jahren noch – Arbeiten lässt sich in digitalen Berufen auch vom Bett aus, statt vom realen Schreibtisch des Arbeitgebers. Zum anderen ist das Auto oft nicht mehr das präferierte Mobilitätssystem, sondern nur noch ein Teil davon. In der Sharing Economy muss man ein Auto zudem nicht mehr selbst besitzen – Taxi-Apps, Uber, Lyft, und Car-Sharing halten mich mobil, auch wenn ich einmal ein Auto benötige.

Zudem verlangen Kunden, dass Fahrzeuge sich im Alltag eingliedern und zu anderen technischen Geräten wie dem eigenen Smartphone kompatibel ist, weil die kleinen Geräte meine Musik und die Adressen meiner Freunde besitzen.

Alles in allem eine große Herausforderung für eine Automobil-Industrie, die bisher vor allem Absatzziele für das Auto hatte. Sie müssen sich damit auseinander setzen, was Kunden wollen, die vielleicht nie ein Auto besitzen, sondern es nur fahren.

Volkswagen plant hierfür eine Art „Apple ID für Autofahrer“ zu entwickeln. Der Gedanke: Menschen könnten über die ID ihre Inhalte – Einstellungen, Adressen und digitiale Inhalte wie Musik, Bücher und Co. – über alle Volkswagen-Marken hinweg mitnehmen. So stünde einem Nutzer sowohl im eigenen wie auch im Mietwagen, Car-Sharing-Automobil und beim Uber-Chauffeur stets seine Musik, seine präferierte Klima-Einstellung und seine Adressen für das Navi-System zur Verfügung.

Im Interview mit turi2 geht Volkswagen-Digitalchef Johann Jungwirth gar noch einen Schritt weiter.
Dank autonomer Fahrzeuge, so Jungwirth, wäre es vorstellbar, dass VW zum digitalen Contentlieferanten wird. Denn wenn das Auto von allein fährt, könnte der Insasse auch ein Buch lesen, Film schauen oder seine Lieblings-Oper hören. All diese Inhalte könnte VW über sein System künftig anbieten.

Verlage und Agenturen, die mit Content Produktion und Marketing ihr Geld verdienen kann die Vorstellung in Verzückung versetzen. BMW übrigens plant sein erstes vollautonomes Auto schon für das Jahr 2021 – den BMW iNEXT.

Wir kommen aus einer Welt, wo wir die Hardware perfektioniert haben. […] Jetzt müssen wir bei Software und Services auf das gleiche Niveau kommen„, sagt Johann Jungwirth im Interview mit Turi2.

(Bild: Volvo)