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Skoda_Citigo_2012_Titel

Nordish pur – Hamburg im April mit dem Škoda Citigo.

Ende April, Hamburg. Stadt und Aprilwetter pur – Abwechslung zwischen Alt und Neu, Sonne und Regen. Und mittendrin: Ich, der Škoda Citigo und eine Runde weiterer Blogger. Was will das Herz mehr?

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Ende April, Hamburg. Stadt und Aprilwetter pur – Abwechslung zwischen Alt und Neu, Sonne und Regen. Und mittendrin: Ich, der Škoda Citigo und eine Runde weiterer Blogger. Was will das Herz mehr?

Hamburg. Der perfekte Ort Presse und Blogger mit einem Auto bekannt zu machen, welches ab Juni die Städte Deutschlands erobern soll. Dem Škoda Citigo. Der Schauplatz war von Škoda weise gewählt: “Sonst machen wir unsere Präsentationen ja in Mainz, für den Citigo haben wir mal eine Großstadt ausgesucht!”

Einen Tag lang durften einige Blogger (inkl. mir) den neusten Škoda durch die Stadt jagen. Durch City, über Landstraße und Autobahn. Testen auf rund 100 Kilometern im Norden um uns einen Eindruck zu machen. Von der Škoda-Version der VW up!-Konzernfamilie.
Und was soll ich sagen? Trotz einiger Kritikpunkte, die ich während dieser Testfahrt für mich feststellte, überzeugte der Zwerg.

Ganz schön, der Kleine. Ganz schön schön. Ganz schön klein. Ganz schön flott.
Das sind die Eindrücke, die ich nach einem Tag mit dem Škoda Citigo habe.
Wobei. Bei “klein” muss man relativieren. Er ist der Kleinste im Škoda-Sortiment, Platz bietet er jedoch genug. Mit einem Radstand von 2,4 Metern bei einer Gesamtfahrzeuglänge von 3,5 Metern bietet der “Zwerg” durchaus Platz, um sich auszutoben. Dass der Innenraum dabei viel Freiraum für locker fünf erwachsene Passagiere bietet, beruht auch auf dem Prinzip des Verzichts – Spielerin im Innenraum leistet sich Škoda beim Citigo weder in Design noch Ausstattung.

Aber beginnen wir von vorn.
Der Škoda Citigo richtet sich an eine junge Zielgruppe. Eine, die auf der Suche nach ihrem ersten Auto ist. Eine, die urban ist. Eine, die wenig Wert auf Schnick oder Schnack legt, sondern das – wie man neudeutsch sagt – Straighte, also das direkte, ehrliche, mag.
Und er hat zwei Geschwister. Den VW up! (nur echt mit Ausrufezeichen) und den Seat Mii. Die beiden kommen mit ähnlichem Design, identischen Ausstattungsmöglichkeiten, gleiche Motorisierungen und unterschiedlichen Preisen.
Und da stellt sich die Frage: Ist das Herausforderung oder Chance für den Škoda?

Es ist vielleicht eine kleine Anekdote, die am besten beschreibt, wie der Škoda Citigo seine Nische finden wird. Kurz nachdem ich das Auto in Hamburg übernommen hatte, gönnte ich mir eine kleine Pause und stellte den Wagen in einer recht belebten Fussgänger-Straße ab. Als ich zurück kam, stand ein älterer Herr vor dem Citigo und begutachtete ihn ausführlich. Weil ich ein netter Mensch bin, fragte ich ihn, ob ich helfen könne, was der Auftakt für einen kurzen Schnack war. “Ist der schon trocken hinter den Ohren?”, war seine erste Frage. Ich verneinte, denn zu haben ist der Citigo ja noch nicht. “Wissen Sie”, fuhr der Mann fort, “mir gefällt der hier besser als dieser up!. Der sieht schicker aus!” Wir unterhielten uns noch eine Weile – über den Konzern VW, über den Zwerg und Design. “Ein schickeres Gesicht hat er, und die komischen Ecken hinten am Fenster haben sie weggelassen. Das ist gut! Ist ein schönes Auto.”

Und das ist genau der Punkt, an dem der Citigo sich Fans einsammeln kann. Beim Design und dem, was man gemeinhin als Lifestyle bezeichnet – dem vermittelten Lebensgefühl, bei dem man nicht nach technischen Daten sondern dem Markengefühl fragt.
Denn technisch gesehen ist der Citigo im gesamten Škoda Programm wahrscheinlich das Auto mit dem wenigsten “Eigensinn”. Mit seinen Konzern-Geschwistern hat er viel gemein – vom Motor über Innenausstattung bis hin zur Fahrwerksabstimmung: “Ihm eine eigene Fahrwerksabstimmung zu geben macht kein Sinn, bei so einem kleinen Auto haben Sie dafür so wenig Spielraum, dass es einfach nichts bringt.”, klärt mich im Verlauf des Tages ein Škoda Ingenieur auf. Dabei war ich mir sicher, dass ein Schreiber-Kollege kurz zuvor noch darauf beharrt hatte, dass sich der up! von der Abstimmung her ganz anders fahren lassen habe.

Gefühl. Ist eben doch alles.

Technisch kann man über den Citigo derweil nicht meckern. Nicht über die Fahrwerkabstimmung. Nicht über den Motor. Nicht über die Basis des Autos.
Es sind dann eher doch die Kleinigkeiten, die einem hängen bleiben und mit einem Fragezeichen zurück lassen. Etwa, wieso bei einem ausgewiesenen Stadtauto die Start-Stopp-Funktion nicht serienmäßig verbaut wird. Oder wieso es an Getränkehaltern fehlt. Und warum die elektrischen Fensterheber auf der Fahrerseite keinen Bedienknopf für die Beifahrerseite haben.

Aber diese Details haben in der Konsequenz natürlich einen Grund. Und dreht sich um die zentrale Frage: Wie teuer darf ein günstiges Auto sein?

Bei Škoda verlangt man für den Citigo 9.450 Euro. Kampfpreis. Denn damit liegt man – nicht deutlich, aber signalstark – nicht nur unter den magischen 10.000 Euro, sondern auch unter den Preisen, die der Wettbewerb für vergleichbare Fahrzeuge aufruft.
Egal ob Hyundai, Ford, Toyota oder Renault sie alle wollen für ihre Stadtzwerge knapp über 10, 11, 12 oder gar 13 Tausend Euro. Als up! kostet der Citigo in der Einstiegsvariante 400 Euro mehr.

Was also kann man von einem Auto erwarten, dass unter 10.000 Euro kostete?

Viel! Das zumindest liefert der Škoda Citigo. Denn auch, wenn die oben erwähnten Sachen auffallen, sie lassen sich mit etwas Aufpreis optional fast alle lösen.
Der Citigo ist ein solides Auto für den urbanen Menschen von heute. Und dabei ist das Alter nicht einmal ausschlaggebend, wenn auch die Sitze für ältere Jahrgänge etwas zu sportlich sein dürften.

Innen wie aussen überzeugt der Citigo durch ein ansprechendes Design und gute Verarbeitungsqualität. Unter der Haube läuft ein Ein-Liter-Dreizylinder mit jeweils 44 kW und 55 kW – ich habe sie beide gefahren.

Die Motoren machen einen durchaus lebendigen Eindruck und beschleunigen den Citigo im Großstadtdschungel ohne Mühe beim Ampelsprint locker vorbei an all den anderen, als deren Herz ein Vierzylinder schlägt. Nur etwas bolliger klingt der Dreizylinder aus Wolfsburg – säuselt er im Leerlauf kaum wahrnehmbar vor sich hin, rumpelt er beim Tritt auf’s Gaspedal los. Daran auf der anderen Seite gewöhnt man sich – wer ein Diesel-Aggregat fährt wird die Erinnerung daran aufkeimen lassen können.
Das gilt auch an der Tankstelle. Im kombinierten Verkehr will der Citigo gerade einmal 4,5 Liter Super. Das freut das Herz.

Mehr als den 44 kW Motor braucht man indes fast überhaupt nicht. In der Stadt machen die beiden Triebwerke kaum einen Unterschied beim Ampel-Hopping. Braucht das kleinere Triebwerk 14,1 Sekunden im Sprint von 0 auf 100 km/h, ist das stärkere Aggregat um 0,9 Sekunden schneller. Merkt man nicht. Und ob man nun mit 160 km/h oder 171 km/h Maximalgeschwindigkeit unterwegs ist – sei’s drum.
Dafür läuft der Motor mit 44 kW-Ausbeute etwas ruhiger – vom Gefühl her zumindest, um auf die subjektiven Eindrücke des Kollegen einmal Bezug zu nehmen, von dem man als Fahrer nie so ganz rein sein kann.

Maximalgeschwindigkeit übrigens: Der Citigo ist hervorragend ausbalanciert. Egal ob auf den gepflasterten Straßen der Hamburger Hafen City oder der Autobahn um Hamburg: Der kleine schluckt ohne sich aufzuschaukeln und bleibt selbst im Grenzbereich hervorragend gutmütig – mit 170 km/h über die Autobahn oder mit 80 km/h in die Ausfahrt, der Citigo kommt nicht aus der Ruhe und gibt stets ein sicheres Vertrauen. Keine leichte Aufgabe für ein Auto seiner Statur und seines Aufgabenbereichs. Aber er kann es – sowohl sportlich als auch ‘normal’, ‘urban’ unterwegs sein. Davor gehört den Ingenieuren Respekt gezollt.

Kommen wir auf die Kernfrage zurück.
Wie viel Geld darf ein günstiges Auto kosten?
Der Škoda Citigo ruft 9.450 Euro in der Basisversion auf. Und zeigt damit, wie viel es sein darf. Hier rechtfertigt nicht das Auto den Preis, vielmehr ist es der “Mindestlohn”, den Škoda hier aufruft – für ein Auto, dass sich vor dem Wettbewerb nicht verstecken muss.

Übrigens: Zwei Dinge möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen:
1) Das Navigationsgerät des Citigo hat mich begeistert. Es ist überzeugend in der Darstellung und unheimlich schnell bei der Berechnung von Alternativ-Routen, sollte man eine Ausfahrt verpassen oder absichtlich hinter sich lassen. Die Anweisungen sowohl auf dem Display, als auch aus den Lautsprechern sind nachvollziehbar. Einzig, dass ich keine Funktion gefunden habe, die verhindert, dass das Radio bei Anweisungen des Navi für deren Dauer leiser wird, hat mich etwas gestört.
2) Mit dem Citigo fährt der erste Škoda mit neuem Markengesicht vor. Neben einem abgewandelten Logo wurde auch die Konfiguration des oberen Kühlergrill-Ansatzes geändert. Mir gefällt das sehr …

Gefahren:
Škoda Citigo, 1.0 MPI 44 kW, Ausstattungsvariante Ambition in Tornado Rot
Škoda Citigo, 1.0 MPI 55 kW, Ausstattungsvariante Ambition in Spring-Grün-Metallic
beides Drei-Türer

Mein Dank – am Ende dieses Erlebnistages inkl. Übernachtung, Verpflegung und einem Besuch bei Hamburgs neustem tollen Ding, dem Horizont Field Hamburg – geht an das Škoda Team. Danke für die Einladung und tolle Gespräche!

Andere Blogger, die dabei waren:
Bjoern von mein-auto-blog
Nicole, die Auto-Diva
Sebastian von passiondriving
Fabian von veight
Jens von rad-ab
Robert Basic
Stefan von Welt der Gadgets

UPDATE am 08. Mai 2011: Kurz vor dem Marktstart korrigiert Skoda die Preise für den Citigo nach unten – das Einstiegsmodell hört jetzt auf den Namen “Easy” und kostet nur noch von 8.890 Euro.

Dieser Text erscheint in ähnlicher Form auf www.ami-leipzig.de.