autokarma - Über Autos, Mobilität und den Rest – Das Autoblog von Thomas Gigold

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Ford-Ranger-2012-Titel

Hallo Wald: Unterwegs mit dem Ford Ranger.

Nennt mich Bob der Baumeister! Denn nur dieser Name würde ein Auto wie den Ford Ranger für mich rechtfertigen. Aber trotz ich keine Verwendung für den Pick Up hätte – schick ist der schon!

In mir wohnt ein klein wenig Schizophrenie.
Aufgewachsen bin ich – neben Trabant und Co. – mit Fahrzeugen, die in der Regel eher als Verkehrsbehinderung wahrgenommen werden: LKW. Große, unförmige Autos.

Davon ist etwas in mir hängen geblieben. Denn obwohl ich die kleinen süßen Sport-Coupés wie Ford Puma, Smart Roadster und Co. (also alle anderen kleinen Sport-Coupés, die es da noch gibt, ausser eben ausgerechnet den beiden, die mir gerade einfallen, obwohl sie schon Ewigkeiten nicht mehr gebaut werden) – liebe ich auch die Riesen im Straßenverkehr.
Und nein, ich kann mich dem Urteil nicht anschließen, SUV wären “obzön” – wie es der Hausmeister meines Büros neulich mal auf den Punkt brachte. Ja, ich gestehe: Ich finde bspw. den BMW X6 toll. Und diese amerikanischen Monster-Pick Ups namens Dodge RAM. Oder Ford Ranger.

Von aussen zumindest.

Sind wir mal ehrlich. Natürlich benötigt man als Otto-Normalo so ein Fahrzeug – einen Pick Up -, wie den Ford Ranger, nicht. Nicht als Normalmensch. Nicht als Büroarbeiter. Auch nicht, wenn man in Leipzig lebt – obwohl die Straßen hier in einigen Stadtteilen bereits so große Löcher aufweisen, dass es Verschwörungstheorien über das Verschwinden von smarts gibt.

Der Ranger ist ein Auto für den Wald- und Wiesen-Arbeiter. Tierärzte, Bauern, Förster, Bob den Baumeister.

Schick ist er trotzdem. “Entwickelt in Australien, Gebaut in Südafrika, Verkauft in Deutschland.” Ford ist stolz, wenn sie so etwas sagen. “One Ford”-Strategie at it’s Best. Das ändert natürlich nichts daran, dass der Ranger vorrangig ein Nutzfahrzeug ist, auch wenn er als ‘Wildtrack’ eine Lifestyle-Attitüde im Aufpreiskatalog bekommt.

Dabei ist das “Du bist auch nur ein Nutzfahrzeug” überhaupt nicht schlecht. Oder böse gemeint. Denn abseits der Straße ist das Terrain, auf dem sich der Ford Ranger am Besten fühlt. Und anfühlt. Da stört das etwas lautere rumpeln des 2,2 l-Duratorq-TDCi nicht mehr. Aus dem holt man übrigens 125 PS. Und ich habe mich während meines kleinen Ausflugs immer gefragt: Wäre es eigentlich obzön, in den Ranger den Drei-Zylinder-Motor des Focus zu pflanzen? An der PS-Zahl würde es nichts ändern … ;-)

Der Ranger ist ein grundsolides Auto. Mehr will er nicht. Mehr braucht er nicht.
Großstadtcowboys können sich mit dem Wildtrack-Modell auf die Herausforderungen des Lebens in der Stadt einrichten und sich über die beste Sicherheit im Pick Up-Segment freuen (Fünf Sterne beim NCAP Crash-Test). Förster, Landarbeiter und diejenigen, die eher das Praktische an einem Pick Up sehen, werden die hohe Nutz- (1,3 Tonnen) und Anhängelast (3,3 Tonnen) zu schätzen wissen, ebenso wie das Allrad-System mit allen notwendigen Gimmicks sowie – Achtung! – die Tatsache, dass man mit dem Ranger Flüsse mit einer Tiefe von bis zu 80 Zentimetern meistern kann – ähnlich wie die 5 Sterne ist auch das Bestwert im Segment.

Nennt mich Bob, aber so ein Ranger hat schon was.
Nein, Fahrspaß nicht unbedingt – dafür ist das Nutzfahrzeug eben zu sehr Nutz- als Fahr-Spaß-Zeug. Aber Design, Anmutung und Geländespaß machten meinen kleinen Ausflug mit dem Ranger durchaus zu einem Erlebnis …