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Fahrbericht Nissan Juke Nismo: Sportler mit Herz

Mit zwei Handvoll mehr PS gegenüber seinem Serien-Bruder rollt der Nissan Juke Nismo zu den Händlern in Deutschland. Die sportliche Variante des Crossover überzeugt aber nicht wegen seiner Laufleistung, sondern aufgrund seines toll abgestimmten Fahrwerks, der Ausstattung und dem großen Herzen. Ein Testbericht, kurz vor Marktstart.

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Vor einem Jahr feierte das Concept seine Premiere – jetzt rollt er zu den Händlern: Der Nissan Juke Nismo kommt. Als erstes Model der eigenen Tuning-Sparte soll der Juke Nismo Motorsport-Gefühl für Jeden in Serie ermöglichen.
Wie der sportliche Crossover sich gibt, konnte ich kurz vor Marktstart im Umland von Barcelona erfahren. Ein Bericht.

“Nismo” ist Motorsport-Fans bereits seit einigen Jahrzehnten ein Begriff. Im Jahr 1984 gründete Nissan seine eigene Motorsportabteilung. Seit dem betreibt man erfolgreich sein Engagement im Motorsport. So verbirgt sich hinter dem exotischen Namen phonetisch dann auch nicht viel mehr als “NISan MOtorsport” – Geheimnis gelüftet.
Doch bisher machte man aus “Nismo” zumindest in Europa nicht viel. Während es im asiatischen Raum gar ein eigenes Festival um die Marke gibt, kennen europäische Autonarren den Schriftzug vor allem im virtuellen Raum. Die Nismo-Fahrzeuge aus der Gran Turismo-Serie von Sony zumindest sind kleine Superstars.
Doch nun soll das Gefühl auch ganz real werden. Die Erfahrungen und das Gefühl von Nismo sollen im “alten” Europa ihren Weg in die Serie finden. Als Basis werden dazu immer vorhandene Serienfahrzeuge dienen, diesen soll in den nächsten Jahren dann jedoch immer auch ein “Nismo”-Modell zur Seite gestellt werden, wenn es Sinn macht.
Den Auftakt nun macht der mehr als erfolgreiche Juke.

Dass die Wahl ausgerechnet auf das kompakte SUV-Crossover gefallen ist, hat durchaus einen tieferen Grund. So wollte man zeigen, dass Sportlichkeit mit Nismo keine Frage des “Ausgangsmaterials” sondern eine der Hingabe ist.

Während man bei der Präsentation des Concept Cars noch keine technischen Details nennen wollte und sich bedeckt hielt, lud Nissan jetzt vor dem Marktstart im Februar zur Pressevorführung nach Barcelona.
Ich habe den Nissan Juke Nismo auf einer ersten Ausfahrt kennen lernen dürfen.

Der Juke kommt als Nismo zwar mit dem bekannten 1,6 Liter Turbo-Benziner, aus dem holen die Nissan-Ingenieure jedoch satte 200 PS und 250 Nm. Das sind jeweils 10 PS und Newtonmeter mehr, doch die machen sich durchaus bemerkbar. Wenn auch leider nur in der Form, dass die Vorderräder zuweilen “durchrutschen” – den einzigen Makel dieses Autos nehme ich direkt vorweg: Er hat kein Sperrdifferenzial, und ohne dieses merkt man die Kraft zuweilen zu deutlich an den Vorderrädern ziehen.

Doch wer mit Gefühl Gas geben kann, der bekommt mit minimalem Aufpreis – lediglich 2.000 Euro mehr (Ausstattungsbereinigt) will Nissan für die Nismo-Version haben – ein rundum gelungenes Auto.

Zum einen währe da die optische Aufwertung. Die allein dürfte – wenn sie dann demnächst als Accessoire-Serie kommt – schon teurer werden. Das aerodynamisch ausgefeilte Body-Kit und ein Interieur mit Motorsport-Flair werten den Juke unheimlich auf. Aussen setzen die neu geformten unteren Stoßfängern, stärker ausgestellten Kotflügel und daran angepassten Seitenschürzen das Auto auf. Dazu kommt ein neu gestylter Kühlergrill, ein dicker Heckspoiler, 18 Zoll-Räder und die roten Spiegelkappen.
Im Innenraum gibt es neben wertigeren Details ein Lenkrad mit handschmeichelndem Alcantara-Bezug sowie einen rot unterlegten Tacho. Eine wahre Wonne sind die (ebenfalls Wildleder-bezogenen) Sportsitze – aus denen möchte man einfach nicht mehr raus.

Den wirklich wichtigen Akzent jedoch setzt das perfekt abgestimmte Fahrwerk. Es ist deutlich straffer und wesentlich harmonischer als beim normalen Juke, ausserdem ist die Lenkung dankbar direkt und präzise. Auf den engen Serpentinen der Testumgebung verhielt sich der Juke Nismo mehr wie ein gut gefeiltes Coupé als ein hochstehender SUV. Das lädt zum Kurvenräubern ein und verbreitet unheimlichen Fahrspaß – zuweilen vergisst man, dass man hier in einem Auto sitzt, dass eigentlich ein Kompakt-SUV ist.
Der sportliche Juke ist kein Rennwagen, aber er ist ein unheimlich gutmütiger Sportler. Der handgeschaltete Fronttriebler sprintet in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h.
In all dem Raum zwischen 0 und 215 km/h verzeiht der Juke dabei viel, legt den Grenzbereich breit aus und schiebt erst dann ein wenig zu sehr über die Seite raus, wenn normale Autofahrer schon lange vom Gas gegangen sind. Zum sicheren Gefühl trägt auch die gute Lenkung bei. Hier haben die Nissan-Techniker wirklich gute Arbeit geliefert.

Bleibt wie schon oben beschrieben nur das “Problem” des zeitweiligen Traktionsverlustet. Wer meint, er treibe den Juke Nismo nun regelmäßig über das normale Maß hinaus in den Grenzbereich, der greift nicht jetzt im Februar zu, sondern wartet noch einige Wochen. Dann kommt der nochmals 18 PS stärkere Bruder des Juke Nismo, dann auch mit Sperrdifferenzial. Aber den braucht wirklich nur, wer jedes Wochenende auf dem Nürburgring seine Runden drehen will. Andernfalls hat man mit dem dieser Tage bei den Händlern vorfahrenden Juke Nismo ein wirklich gelungenen Lifestyle-Motorsport-SUV für einen guten Preis.

Wo wir gerade beim Preis sind: Der startet bei 26.400 Euro für den Juke Nismo mit Frontantrieb, für das Allrad-Modell werden 29.400 Euro aufgerufen. Den 4×4 Juke gibt es allerdings nur mit stufenloser Automatik, und bei der sollte Nissan unbedingt nochmals Hand anlegen. Sonstige Wahlmöglichkeiten gibt es beim Juke Nismo nicht – allein noch zwischen den Grundfarben Pearl White, Black Metallic und Silver Grey kann man wählen, dazu noch den Typus Rallyestreifen, der den Juke schmücken soll – dann ist Ende. Der Nismo kommt voll ausgestattet, entsprechend ergibt sich dann der minimale, oben genannte, ausstattungsbereinigte Preisunterschied.

Weiteres zum Nissan Juke Nismo von mir: AMI Leipzig und Ersteindruck Juke Nismo auf autokarma

.. und zum Ende hin gibt es noch ein paar Bewegtbildaufnahmen: