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Wüstensonne: Unterwegs mit dem BMW 4er Cabrio

Las Vegas ist seinem Ruf zufolge ein Sündenpfuhl. Mag daran was auch immer wahr sein – darüber reden können andere. Mit dem BMW 4er Cabrio will ich nicht reden, sondern swingen. Eine Schönheit in Weiß unter der hitzigen Sonne Nevadas. Ein Fahrbericht.

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A little less conversation, a little more action
All this aggravation ain’t satisfactioning me
A little more bite and a little less bark
A little less fight and a little more spark
Close your mouth and open up your heart and baby satisfy me
Satisfy me baby

Als Elvis das erste mal nach Las Vegas kam, endete es desaströs und schnell. Sein Auftritt in einer von Country Musik geprägten Show hatte Buh-Rufe und lokale Berichte darüber zur Folge, dass sich jenes Rock’n’Roll-Kid nie durchsetzen werde.
Später kehrte Elvis in die Stadt zurück und prägte nicht nur ihren Ruf als Mekka des Entertainments, sondern schuf mit „Viva Las Vegas“ auch noch die Hymne des Zockerparadieses.

Aber ich bin weder zum Zocken noch Rocken hier. Im Gegenteil. Ich fliehe vor allem dem Glamour, dem Verruchtem und Neon-Licht der Stadt. Mein Weg führt mich vom Las Vegas Blvd. über den Highway 15 schnell raus aus der Stadt. Vorbei an der Nellis Airforce Base, auf deren Höhe mir krachend zwei Kampfjets im Tiefflug entgegen donnern. Einige Meilen vor den Stadttoren beginnt das Valley of Fire. Ein Tal mitten im Nirgendwo von Nevada. Eine Marslandschaft im Rücken der USA.

Baby close your eyes and listen to the music
Drifting through a summer breeze
It’s a groovy night and I can show you how to use it.
Come along with me and put your mind at ease.

Mir ist nicht nach Reden. Nicht nach Lärm.
Es ist Winter hier, bei 19 Grad Celcius. Plus, wohlgemerkt. Kaum runter vom Highway stoppe ich am Straßenrand. Ich muss raus aus diesem langen Pullover, T-Shirt Wetter bei offenem Dach.
Das BMW 4er Cabrio, in dem ich sitze, hat man mir als Top-Version hingestellt. Der Reihensechszylinder im BMW 435i liefert 306 PS. Genügend Leistung. Eigentlich fast schon zuviel. Im 4er Cabrio willst du gleiten, nicht rasen.

An das schnelle fahren ist hier sowieso nicht zu denken. Das Valley of Fire ist ein Naherholungsgebiet. Bedeutet: es geht langsam voran.
Kein Problem, ich habe mich vorhin auf dem Highway bereits von den langen US-Haubentrucks überholen lassen. Cruisen nennt man das dahingleiten hier. Und im Land of the Free bist du frei genug mit 69 km/h, offenem Dach und heruntergelassenen Fenstern gemütlich über den Highway zu segeln. Entweder hupt dich hier keiner an, weil sie alle diese weiße Schönheit aus Bayern betrachten, oder weil es keinen stört, dass du so langsam unterwegs bist.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich eines der Schilder übersehen habe, die dich mit den Strafen konfrontieren – Strafen auf das Müll aus dem Fenster werfen zum Beispiel. Drei Monate Haft und 2.000 US-Dollar kostet das. Vielleicht ist hupen auch verboten.
Mir ist es egal.
Der Wind spült rauschend um meinen Kopf, trägt warme Wüstenluft in den BMW. Das Windschott habe ich vergessen. Es liegt noch sicher verstaut zwischen Rückbank und Kofferraum. Dort hat BMW extra ein Fach erdacht, um es unsichtbar zu verstauen. Darauf und auf das neue Kofferraum-Beladungssystem des BMW Cabrio ist man besonders stolz. Genial diese Münchner.

Come on baby I’m tired of talking
Grab your coat and let’s start walking
Come on, come on
Come on, come on
Come on, come on
Don’t procrastinate, don’t articulate
Girl it’s getting late, gettin‘ upset waitin‘ around

Braucht man 306 PS in einem Cabrio?
Ich treibe durch die rote Felslandschaft. Sport, Comfort, EcoPro – wie alle BMW verfügt auch das BMW 4er Cabrio über drei Fahrmodi. Die machen aus einem Auto gleich mehrere Automobil-Typen. Mit dem Metallklappdach verschenkt BMW zwar Platz im Kofferraum, auf der anderen Seite erhöht es den Alltagsnutzen – auch im Winter. Und in Kombination mit dem Sport-Modus steht hier nicht nur ein Cabrio, sondern auch fast schon ein zweites Coupé vor mir.
Allein: ganz so tief abfallend ist die Mütze des Cabrios nicht.
Auf der anderen Seite kannst du das Cabrio nun auch endlich wirklich noch im Herbst noch offen fahren. Der (optionale) Nackenwärmer in den vorderen Sitzen macht’s möglich.

Ob es hinten wohl zieht? Ich habe es nicht testen können. Es sitzt sich schlecht hinten, wenn man gleichzeitig vorn lenken muss. Und das übernimmt der BMW trotz aller Assistenzsysteme wie Tempomat, Abstandswarner, aktivem Abstandshalter, Notbremsassistent und Co. nun doch nicht selbst.
Die Philosophie der Freude am Fahren hat bei BMW noch immer auch etwas damit zu tun, das Lenkrad selbst in der Hand zu halten.
Übrigens hinten: dort finden zwei Menschen bequem Platz. Das 4er Cabrio ist ein 2+2 Sitzer, die beiden Plätze hinten sind zudem mit Isofix-Sicherungen versehen.

Übrigens „selbst“ – neben dem selbst fahren muss man sich im Cabrio auch selbst um den Gurt kümmern. Einen Anreicher gibt es nicht, die Gurte sind direkt an den Sitzen angebracht.

Das gefahrene Luxury Line Modell ist eines von vier möglichen Vor-Konfigurationen des BMW. Daneben gibt es Modern und Sport Line sowie das M Sportpaktet. „Luxury“ fällt während der Fahrt nicht nur wegen der gelungenen Alpinweiss-Lackierung sondern vor allem auch aufgrund der dezenten und doch präsenten Chrom-Elemente auf. Schade für den Extrovertierten Fahrer: wie bei allen Modellen verzichtet BMW auf knallige Farb-Angebote. Rot und Blau sind die intensivsten Farben im Angebot – alles intensivere muss der willige Käufer dann über das BMW Individual Programm erstehen. Dann gibt es das Cabrio auch wahlweise in gelb – eine Farbe die sonst wohl dem noch anstehenden BMW M4 Cabrio vorbehalten bleibt.

A little less conversation, a little more action please
All this aggravation ain’t satisfactioning me
A little more bite and a little less bark
A little less fight and a little more spark
Close your mouth and open up your heart and baby satisfy me
Satisfy me baby

Was macht glücklich am BMW 4er Cabrio?
Es ist dieser elegante und nicht zu dick auftragende Luxus. Das Dahingleiten, und doch zu wissen: es geht auch sportlicher. Es ist das sensationelle Head-Up Display, welches den sonnenbebrillten Blick auf die Straße lässt. Es ist das offene Gefühl von Freiheit.

Dabei bin ich überhaupt kein Cabrio-Fan. Ich mag es sonst eng, klein, mit Dach. Aber dieser Vierer hier macht so viel richtig, dass ich es mir noch einmal überlegen könnte.

Und dann stehst du in der roten Wüste Nevadas, lässt das Hardtop automatisch öffnen, schließen, öffnen, schließen. Auf, zu, auf – in etwas mehr als einer Minute. Wenig mehr als zwanzig Sekunden pro Vorgang. Und du kannst dich nicht entscheiden – lässt es dann aber doch offen und trittst auf dieser einen Seitenstraße trotz der Bussgeldandrohung auf dem Plakat vor 20 Meilen doch aufs Gas. Kurz. 306 PS entfesseln dank Turbo über den gesamten Drehzahlbereich von 1.200 bis 5000 Umdrehungen spritzig 400 Newtonmeter und zerren dich in 5,5 Sekunden (Automatik) aus dem Stand auf Hundert Stundenkilometer.

Viva Las Vegas. Viva, BMW 4er Cabrio!

Das BMW 4er Cabrio steht ab dem 08. März bei den BMW Händlern. Die Preise beginnen bei 46.300 Euro, zum Start sind mit 420d, 428i und 435i drei Motorisierungen erhältlich. Das Angebot sollte sich in den kommenden Wochen jedoch noch auf das Motorenangebot des 4er Coupés erweitern – dort sind aktuell drei Diesel- und drei Benzin-Motoren jeweils mit und ohne xDrive erhältlich.