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Der Ford EcoSport im Test

Ein rauer Brasilianer für deutsche Straßen: Mit dem EcoSport getauften Kompakt-SUV will Ford im Segment überzeugen. Ob der günstige Gaucho das schafft? Der Test zeigt es!

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Im Mai 2014 feierte der kompakte Ford EcoSport seine Deutschland-Premiere.
Das in Brasilien gebaute Mini-SUV geht mit überzeugendem Paket im Billig-Segment auf Kundenfang. Ich bin den EcoSport im März 2014 gefahren (Original-Bericht). Seit dieser Zeit hat der knapp 18.000 Euro teure Ford ein sanftes Facelift bekommen. Dabei wurde der Innenraum leicht aufgehübscht, der 1,5 l-Diesel-Motor erhielt fünf PS mehr Leistung das Fahrwerk wurde etwas sanfter ausgelegt. Das Ersatzrad an der Heckklappe ist seit Juli 2015 nicht mehr Serie, sondern nur noch gegen einen Aufpreis von 170 Euro erhältlich.
Zudem gibt nun endlich auch ein Navigationssystem, eine Rückfahrkamera sowie das für Ford übliche Winter-Paket mit Sitzheizung sowie beheizbarer Front-Scheibe.

Ford EcoSport (2014) im Fahrbericht

Ford EcoSport im Test - Fahrbericht

Der erste Eindruck ist ein ziemlich imposanter – für einen so kleinen SUV. Der Ford EcoSport macht auf raue Type, ist ein Großstadt-Cowboy. Hoher Stand, dicker Kühlergrill, Ersatzrad auf den Rücken geschnallt. Nach außen ein Macho, aber eigentlich ein ganz charmanter Kerl.

In der Mini-SUV-Klasse tummeln sich nach dem Bestseller Nissan Juke viele Wettbewerber – vom MINI Countryman über den Opel Mokka bis hin zum Renault Capture. Alle geben sich trotz gleicher, überschaubarer Ausmaße größte Mühe, den Individualismus des Käufers zu bedienen. Nach Style, Life und Budget nun also Country von Ford. Die kennen sich damit aus: in den USA ist der Ford F150 seit mehreren Jahrzehnten das meistverkaufte Auto.

Was er sein will. Der EcoSport ist eines der Parade-Beispiele dafür, wie schnell Ford neue Fahrzeuge adaptieren kann. Denn während so mancher Wettbewerber gerade die ersten Schritte im Segment macht, ist der 2014er EcoSport bereits die zweite Generation des Ford-eigenen Mini-SUV. In Südamerika zählt er zu den automobilen Bestsellern. Jetzt soll er also auch den Rest der Welt erobern.

Das Rezept zumindest stimmt. Der Neue ist sehr europäisch ausgefallen und sieht durchaus hübsch aus. Einziges Problem: im Moment merkt man ihm im Innenraum noch die Heimat an. Die Haptik des Cockpits dürfte für verwöhnte europäische Hände etwas zu rau sein. Die Plastiklandschaft, die sich da vor dem Fahrer auftut, ist gewöhnungsbedürftig in Farbe und vor allem Anmutung. Dass das besser geht, zeigt der Technik-Pate Ford Fiesta, auf dem der EcoSport basiert.
Aber vielleicht ist es auch nur die konsequente Fordführung des robusten Landei-Charmes.

Ob die Country-Attitüde bis zum bitteren Ende hält? Ich habe darauf verzichtet, es zu testen. Den EcoSport gibt es in Europa nur mit Frontantrieb – trotz hohem Stand also kein Kerl fürs harte Gelände. Umso wohler fühlt er sich auf Asphalt.

Das kann er, wirklich. Der Ford EcoSport ist erstaunlich gut ausbalanciert. Selbst bei sportlicher Fahrweise ist das Fahrwerk bestimmt aber nicht zu hart. Bodenwellen schluckt er angenehm weg, ohne dabei nach Kamel-Manier weich zu werden. Dank der Höhe von 1,64 Metern ist der Überblick über den Verkehr toll, schaukeln hingegen will der EcoSport überhaupt nicht – gut so!

Unter der Motorhaube arbeiten neben dem mehrfach ausgezeichneten Dreizylinder-Benziner von Ford wahlweise auch jeweils ein Vierzylinder Diesel (66 kW/90 PS) oder Benziner (82 kW/112 PS), beide mit 1,5 Litern Hubraum. Die getesteten Benziner machen einen guten Job. Für den normalen Stadtverkehr ist der 1,0 Liter Dreizylinder-Turbo (92 kW/125 PS) aus dem Ford Focus durchaus spritzig genug und vollkommen ausreichend. Wer weitere Strecken vor sich hat, der sollte auf die Aggregate mit 1,5 Litern Hubraum setzen. Der 1,5 Benziner ist zudem der einzige Motor mit optionaler Automatik, der Rest kommt mit manuellem 5-Gang-Getriebe.

… und wissen sollte man: Der EcoSport ist eigentlich klein und übersichtlich. Probleme wird er in der Stadt trotzdem haben – und daran ist die ausufernde Heckklappe schuld. Die öffnet nicht wie gewohnt nach oben, sondern nach hinten zur Fahrerseite. Damit wird das Einladen zum Kunststück, insbesondere wenn man in engeren Parklücken steht. Man braucht mit der Heckklappe leider vor allem eins: Platz. Ob das den Hinguck-Effekt auf Dauer aufwiegt?

Ford EcoSport im Test - Heckklappe

Zudem fällt der Kofferraum recht klein aus, für den Wocheneinkauf sollte es jedoch ausreichen. Wer mehr Raum benötigt klappt die 60:40 geteilte Rückbank mit einem Handgriff von hinten um.

Das bleibt in Erinnerung.Der EcoSport ist ein rundum gelungener kleiner Großstadt-Cowboy. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Anmutung des Interiors, dafür finden selbst kleine Familien hervorragend Platz: Fünf Sitze, viel Kopf- und Beinfreiheit selbst in der hinteren Sitzreihe. Dazu eine wenig ausgeformte und bequeme Sitzbank mit zwei Isofix-Halterungen hinten, welche die Unterbringung von Kindersitzen einfach macht. Die Stoff-Sitze sind auch nach einem Tag im Auto noch bequem und die Übersichtlichkeit ist hervorragend. Ebenso gibt es viele Ablageflächen, je zwei Getränkehalter vorn und hinten sowie allerhand serienmäßig: Berganfahrhilfe, Dachreling, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, schlüsselloses Zugangssystem. Die Aufpreisliste ist ebenso kurz und günstig.

Wer Übersicht, Effizienz und einen etwas rauen Look in einem Auto verbunden haben will, der sollte sich – egal ob Single, Paar oder Familie – den EcoSport anschauen!

  • Jens Neubert

    Der EcoSport von Ford schaut modern und dynamisch aus, ohne Frage. Und Fahrberichte auf http://www.sportwagen-kaufen.de/ machen Lust auf eine Probefahrt.
    Trotzdem merkt man, dass er – bzw. sein Vorgänger – ursprünglich nicht für den europäischen Markt gedacht war. Und die seitliche zu öffnende Heckklappe wird täglich daran erinnern. Aber er ist günstig und bietet in der aktuellen Variante alles, was der europäische Autofahrer sich wünscht.