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Die Formel 1 des neuen Jahrtausends? Die Formel E zeigt spannenden Motorsport.

Mit der Formel E bricht der Motorsport in ein neues Zeitalter auf. Die rein elektrische Rennserie will eine „Öko Formel 1“ sein und trotzdem begeistern. Das erste Rennen bewies: das kann klappen. Alle wichtigen Infos zur neuen Serie.

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Ein Debüt nach Maß konnte die neue Formel E am 13. September in den Straßen von Peking feiern. Die rein elektrische Formel-Rennserie startete am Samstag in ihre erste Saison. Beim ersten Rennen konnte sich Lucas Di Grassi als Gewinner in die Geschichtsbücher einschreiben.

Renault spielt in der neuen Rennserie eine zentrale Rolle: Alle Teams gehen mit dem von den Franzosen entwickelten Monoposto Spark-Renault SRT_01E ins Rennen. Als Werksteam des Herstellers fungiert faktisch das e.dams-Renault-Team, für welches die Piloten Nicolas Prost und Sébastien Buemi an den Start gehen.

Die zehn Läufe der ersten Formel E Saison werden allesamt auf reinen Stadtkursen in internationalen Metropolen und touristischen Zentren absolviert. Ein deutscher „ePrix“ findet am 30. Mai 2015 in Berlin statt – hier wird Tempelhof als Austragungsort fungieren.

Der Elektromotor des Spark-Renault stellt im Qualifying-Modus 200 kW/270 PS zur Verfügung. Im Rennen ist die Leistung hingegen auf 150 kW/204 PS begrenzt. Einzigartig ist der „Fan Boost“ – mit ihm werden die drei populärsten Fahrer des Wochenendes belohnt, die sich in einer Online-Abstimmung der Fans vor dem Rennen durchsetzen können. Dieser Boost kann während des Rennens frei eingesetzt werden und lässt den Fahrer einmalig für fünf Sekunden insgesamt 180 kW/245 PS abrufen.

Eine zentrale Rolle der neuen Rennserie spielt das Energie-Management. Die Batterien der Boliden haben ein begrenztes Fassungsvermögen, um das Gewicht niedrig zu halten. Deshalb müssen die Fahrer gegen Mitte des Rennens die Fahrzeuge tauschen, was – wie Sam Bird beim ersten Rennen eindrucksvoll bewies – durchaus auch taktisch eingesetzt werden und zum Platzgewinn führen kann.
Insgesamt sind die Rennen von der Dauer allerdings überschaubar – rund eine Stunde werden sie dauern. In Peking brachte das Starterfeld somit 25 Runden hinter sich, bevor Di Grassi als Erster die Zielflagge sah.

Die Renault-Renner schaffen den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,0 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 225 km/h begrenzt. Das reicht, um auf den engen Stadtkursen für durchaus sehenswerten Motorsport zu sorgen.
Einziger Wermutstropfen: Weil die Formel E hierzulande auf Sky läuft, können nur Abonnenten des Bezahlsender sie sehen. Damit läuft die Formel E in Deutschland fast schon unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die Sicherheitsstandards der neuen Formel E entsprechen denen der Formel 1. Trotz der geringeren Endgeschwindigkeit ist dies für die Fahrer der offenen Fahrzeuge lebensrettend. Das bewies Ex-Formel 1 Fahrer Nick Heidfeld schon im ersten Rennen auf dramatische Weise: bei einem Überholversuch in der finalen Runde wurde der Mönchengladbacher unsanft von Nicolas Prost abgeräumt und krachte Kopf voran unsanft in die Streckenbegrenzung.

In der Premierensaison starten alle 10 Teams der Serie mit dem Spark-Renault SRT_01E. Doch die Formel E ist als offene Rennserie konzipiert. Das bedeutet: auch andere Hersteller können sich künftig engagieren und mit eigenen Entwicklungen starten. Ein Start von Marken wie Tesla, BMW i oder Mitsubishi wären also in den kommenden Jahren durchaus denkbar.
Die werden sich die neue Serie durchaus genau anschauen. BMW i engagiert sich schon jetzt: Pünktlich vor dem ersten Rennen gaben die Münchener bekannt, dass der BMW i8 die Serie als Safety Car und der BMW i3 als Medical Car unterstützen werden. Und bereits kurz nach dem Start trat der BMW i8 gar zum Dienst an – Bruno Senna sorgte für eine kurze Safety Car-Phase.

Anreiz für einen Start soll dabei auch die strikte Kostenkontrolle sein. Hier haben die Macher der Formel E und die FIA gemeinsam aus der Formel 1 gelernt, die auch nach jahrelangem Streit noch immer keine Kostenobergrenze setzt.
Die Rennserie selbst findet so zwar an 10 Orten der Welt statt, das Geschehen wird jedoch auf einen Tag begrenzt: freies Training, Qualifying und Rennen finden immer nur Samstags statt. Die Qualifyings sind in insgesamt vier zehnminütige Sitzungen gesplittet, bei denen jeweils fünf Fahrzeuge gegeneinander antreten. Auch auf Reifenwechsel oder andere teuere Dinge wird verzichtet.

Insgesamt gehen in der Formel E zehn Teams mit jeweils zwei Fahrern und insgesamt 40 Fahrzeugen an den Start. Jedem Fahrer stehen aufgrund des notwendigen Wechsels pro Rennen zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Auch die Kosten für diese sind jedoch gedeckelt – eigene Entwicklungen an den Boliden sind innerhalb eines strengen Regelements erlaubt.

Die Punktevergabe erfolgt nach FIA Standards (25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 und 1 Punkt). Zusätzlich gibt es drei Bonuspunkte für die Pole Position sowie zwei Punkte für die schnellste Runde. Maximal kann ein Fahrer an einem Rennwochenende somit 30 Punkte sammeln. Wie in jeder Rennserie gibt es eine Fahrer- und eine Teammeisterschaft.

Weil die Formel E nicht nur traditionelle Motorsportfans, sondern vor allem neue Fans, erreichen will findet im Rahmen der Rennen ein umfangreiches Rahmenprogramm statt. Neben Konzerten soll Besuchern auch ermöglicht werden das Thema Elektromobilität hautnah selbst erfahren zu können.
Zudem sind die Eintrittspreise niedrig gehalten, werden bei einigen Rennen gar vollständig wegfallen. Für das erste Rennen konnten die Veranstalter bereits „volles Haus“ vermelden: die 20.000 Plätze auf den Tribünen in Peking waren ausverkauft.

Der Rennkalender umfasst insgesamt zehn Rennen. Nach Peking erfolg nun erst einmal eine längere Pause bis in den November. Ob die lange Saison mit wenigen Rennen die neu gewonnenen Fans bei der Stange halten kann, wird sich zeigen müssen – 10 Rennen in einem Zeitraum über 10 Monate zumindest sind schon recht wenig …

Peking, China: 13.09.2014
Putrajaya, Malaysia: 22.11.2014
Punta del Este, Uruguay: 13.12.2014
Buenos Aires, Argentina: 10.01.2015
Miami, USA: 14.03.2015
Long Beach, USA: 04.04.2015
Monte Carlo, Monaco: 09.05.2015
Berlin, Germany: 30.05.2015
London, UK: 27.06.2015

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