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Willkommen bei autokarma. Hier geht es um Autos, Elektromobilität und mehr. Dieser Beitrag hat Audi und Nissan und Toyota zum Thema.

Das Thema Nachhaltigkeit ist im Rennsport angekommen.

Diesel-Fahrzeuge sprengten vor einigen Jahren die Traditionen erstmals auf. Dann zog KERS in die Formel 1 ein. Und nun stellt Audi zwei Fahrzeuge ganz oben auf das Podium der 24 Stunden von Le Mans, die durch ein Diesel-Hybrid-Aggregat angetrieben werden.
Motorsport wird grün. So grün zumindest, wie es geht.

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Diesel-Fahrzeuge sprengten vor einigen Jahren die Traditionen erstmals auf. Dann zog KERS in die Formel 1 ein. Und nun stellt Audi zwei Fahrzeuge ganz oben auf das Podium der 24 Stunden von Le Mans, die durch ein Diesel-Hybrid-Aggregat angetrieben werden. Daneben betreibt gehen die Einsatzfahrzeuge bei VWs Markenpokal Scirocco R-Cup mit Bio-Erdgas-Antrieben ins Rennen, schleudern damit ca. 80 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre als herkömmliche Triebwerke, ohne auf die Leistung – 225 PS – verzichten zu müssen.

Motorsport wird grün. So grün zumindest, wie es geht.

Die neuen Konzepte in Le Mans waren zwar am Ende nicht alle so glücklich, aber sie zeigen eine Richtung auf. Toyota meldete sich nach langer Abstinenz mit einem Benzin-Hybrid zurück – der eine von Anthony Davidson wurde von einem Ferrari abgeschossen, der andere schoss das dritte revolutionäre Concept zusammen mit sich aus dem Rennen: Den Nissan Delta Wing. Der fuhr zwar außerhalb der Wertung, zeigte mit seiner aussergewöhnlichen Formgebung, dass Autos noch effizienter fahren können, wenn man den Mut hat.

Audi hielt durch. Spektakulär. Und die beiden mit einem Drehmassenspeicher an Bord versehenen Hybrid-Fahrzeuge müssen sich nicht vor ihren regulären Brüdern verstecken – denn das beste Fahrzeug hinter den beiden ‘Audi R18 e-tron quattro’ war ein Firmenbruder und der Vorgänger der beiden – der Audi R18 ultra.

Natürlich war der Einsatz der Hybrid-Technologie bei Audi ein Marketing-Spektakel. Das gibt man in Ingolstadt selbst durchaus zu. Aber letztlich verrichteten die beiden Hybrid-Fahrzeuge ihren Dienst so hervorragend, dass man bei Audi den Weg weiter gehen wird. Ähnlich, wie bei Toyota. In Japan wird man sich nach den ermutigenden ersten Runden 2012 den Kampf um die Krone in Le Mans sicherlich nicht entgehen lassen.

Und der Delta-Wing? Bei Nissan dürfte man trotz des frühen Ausscheidens zufrieden sein. Der Extremsportler konnte beweisen, dass er sparsamer als alle anderen fuhr – sowohl beim Sprit, als auch bei den Reifen verbrauchte er nur rund die Hälfte des Materials. Bleibt nur, dass Nissan die offiziellen Stellen überzeugen kann, dann fährt der Delta Wing in 2013 vielleicht schon regulär mit im Klassement.

Der Motorsport befindet sich im Wandel. Wenn auch langsam. In mancher Rennserie noch sehr langsam – in der DTM beispielsweise nutzte man den Neustart nicht, um die drei vertretenen Premium-Hersteller auch gleich ein KERS einbauen zu lassen. Erfahrung mit dem System hätten alle drei gehabt: Mercedes und BMW aus der Formel 1, Audi werkelte offenkundig am System für Le Mans.
Natürlich muss man unterscheiden, ob sich eine Technologie wie Hybrid und KERS überhaupt lohnen in Rennen. BMW hatte für seinen Formel 1-Einsatz 2009 entschieden: Nein. Auf der anderen Seite zeigt der R Cup von VW durchaus, dass es auch andere Möglichkeiten gibt.

Noch ist es ein langer Weg. Von der Elektro Formel 1 wollen wir lieber nicht einmal reden. Aber der Weg beginnt. Und das ist gut so!
Grün muss nicht für schlecht stehen. Manchmal sorgt Grün einfach auch für mehr Spannung – wie die Formel 1 mit den paar Extra-PS aus der Energie-Rückgewinnung zeigt. Wenn das ganze dann noch intelligent verknüpft wird – beispielsweise für Boxenanfahrten, oder kombinierten Antrieben – kann das nur gut sein. Und auch, wenn sich Formel 1-Fans (mich inklusive) noch immer etwas schütteln, wenn wir an die 2014 kommenden 1,6 Liter V6 Turbo Aggregate denken, der Weg ist gegeben und lässt sich nicht mehr aufhalten … Le Mans zeigt, dass das am Ende nicht schlecht sein muss.