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Unterwegs mit dem Nissan Juke Nismo – Ersteindruck

“Nismo” steht bereits seit Jahrzehnten für die motorsportliche Emotion bei Nissan. Jetzt geben die Japaner in Europa Gas und bringen die Motorsport-Marke auch zu uns. Erstes Modell mit dem sportlichen Anspruch ist ausgerechnet der Nissan Juke. Doch im Test überrascht das Crossover-SUV – der Nissan Juke Nismo ist eine echte kleine Rennsemmel geworden …

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Das spanische Hinterland um Barcelona ist wunderschön und einzigartig.
Mindestens so einzigartig wie der Nissan Juke. Das Crossover-Modell polarisiert wie nur wenige andere Autos – entweder man mag es, oder nicht. Ein “dazwischen” gibt es im Grunde nicht. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist es für Nissan ein voller Erfolg. Nicht nur, weil man drüber spricht, sondern auch, weil er sich gut verkauft. In der Nissan-Verkaufsstatistik rangiert der Juke auf Platz 2 – noch vor dem Micra.

Dass man nun ausgerechnet diesen Juke als Plattform dafür nutzt, die eigene Motorsport-Marke NISMO in Europa einzuführen, mag auf den ersten Blick seltsam wirken. Ein “hochgebocktes Coupé” mit so starkem Eigencharakter als Markenbotschafter für sportliche Fahrzeuge? Doch eigentlich ist die Wahl perfekt. Auf perfide Art. Denn “Sportlichkeit” mag man mit dem Juke nicht unbedingt verbinden – deswegen funktioniert es dann eben auch, ihn sportlich zu machen.

Ich durfte auf und neben dem Circuito Castelloli bei Barcelona den Nissan Juke Nismo erfahren und das Selbstverständnis von Nissan Nismo kennen lernen. Meinen ersten Eindruck lest ihr hier.

Der Juke Nismo wirkt “verrückt”. Mit dem Wort umschrieb einer meiner Instagram-Follower ein Bild, das ich von dem Fahrzeug veröffentlicht hatte. Und eigentlich stimme ich ihm zu. Der Juke als Sportfahrzeug wirkt eher wie ein Bulle, als ein Gepard.

Doch Nissan gelingt mit dem Nissan Juke Nismo ein echtes Kunststück.

Das trotzige Mini-SUV macht als Alltagssportler eine gute Figur. Das Nismo-Aeropackage (demnächst auch als Accessoire-Line für den normalen Juke separat zu kaufen) mit grauer Umrandung am Boden, roter Linie um das Fahrzeug, neuen 18-Zoll-Rädern und den roten Außenspiegeln, macht den Juke Nismo optisch aggressiver. Und darauf beschränkt sich die “Aufwertung” nicht. Denn für das neue Top-Model haben sich die Nissan-Ingenieure ordentlich ins Zeug gelegt. Während man dem 1.6 l-Benziner nur ein marginales Upgrade von 10 PS auf nun 200 PS gönnt, war man beim Fahrwerk wesentlich spendabler. Der sportliche Nismo zeigt sich trotz seiner Höhe unheimlich gut abgestimmt, verleitet zum Kurvenräubern. Man hat nie das Gefühl des “kippens” – hier wankt nichts, hier schaukelt nichts. Und trotz des straffen Fahrwerks merkt man nicht jedes Steinchen auf dem Weg. Dass man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl eines Kontrollverlustes hat ist neben dem Fahrwerk auch der direkten, präzisen Lenkung zu verdanken.

Insgesamt überrascht der Juke Nismo mit einer Sportlichkeit, die man ihm nicht zutraut. Klar, das hier ist kein purer Sportwagen, also sollte man die grundsätzliche Gutmütigkeit des Juke nicht überreizen. Aber bevor man zu diesem Reizpunkt kommt, ist man als normaler Autofahrer schon längst soweit zufrieden, dass man den Juke nicht weiter in Richtung Grenze treibt. Im Gegenteil. Auf der Test-Strecke – über Serpentinen und enge Landstraßen – zeigt sich der Juke als vertrauensvoller Sparringspartner, selbst wenn man etwas zu optimistisch in die Kurve geht.

Der Juke Nismo ist ein Auto für all jene, die auf das Außergewöhnliche stehen, die ein Auto haben wollen, in dem man auffällt. Dieses Auto ist ein Hingucker, das auf Abruf, wenn es sein muss, seine Muskeln nicht nur optisch zeigen, sondern auch mit ihnen zucken kann. Nicht Arnold Schwarzenegger in seinen besten Jahren, sondern eher Jason Statham. Cooles Lebensgefühl mit sportlicher Attitüde.

Und genau das will “Nissan Nismo” auch sein. Zumindest in gewisser Weise. Was Nissan für seine sportliche Seite plant und wie das Selbstverständnis von Nismo ist, erzähle ich euch in einem anderen Beitrag …