autokarma - Um Auto und das Reisen. Für Männer mit Kind und Familie.

Willkommen bei autokarma. Hier geht es um Autos, Elektromobilität und mehr. Dieser Beitrag hat MAN zum Thema.

MAN TGX D38 im Test

Kaltblut im spanischen Feuer – Unterwegs mit dem neuen MAN TGX D38

121 Jahre ist das von Rudolf Diesel entwickelte und nach ihm benannte Motorenprinzip bereits alt. Und noch nicht ausgereizt: mit dem neuen D38 Aggregat zeigen die Erben Diesels bei MAN, was ein moderner Selbstzünder im Jahr 2014 leisten kann. Eine Testfahrt im MAN TGX D38.

Für diesen Artikel benötigst Du ca. 03:55 Minuten Lesezeit.

15,2 Liter Hubraum. Je nach Ausbaustufe bis zu 640 PS und ein maximales Drehmoment von 3.000 Newtonmetern.
Für Pkw-Fahrer sind es Traumwerte. Doch die Maßstäbe diesmal sind andere. Denn der MAN D38 ist ein Arbeitstier – für Tausende Lkw-Fahrer künftig in Leistungsstufen von 520, 560 und 640 PS ein Partner im Alltag. Ein Mitarbeiter für die täglichen Herausforderungen, vom Baugrund über den Fernverkehr bis hin zum Schwerlasttransport (in der höchsten Ausbaustufe).

Doch auch für einen Lkw-Motor sind die Werte des neuen MAN Aggregats beeindruckend. Erst recht für einen wie mich. Einen, der seit Jahren nur mit Personenwagen unterwegs ist, auch wenn er als Sohn eines Spediteurs aufgewachsen ist. Meine Kindheit war geprägt von Fahrzeugen, deren PS-Zahlen im Verhältnis mit ihren Laufkilometern im Jahr zu stehen schienen. In die Fußstapfen meines Vaters trat ich nicht – gebe mich heute als Pkw-Journalist mit den Autos ab, die eine Nummer kleiner sind.

Und doch stehe ich plötzlich hier. Um acht Uhr Morgens mitten in der unbarmherzig hell strahlenden Sonne im Süden Spaniens. Unter der flirrt in meiner Sichtweite die historische La Alhambra in der heißen Luft, thront über der Stadt Granada.
Von hier starte ich gemeinsam mit einem Dutzend internationaler Journalisten, um den neuen MAN TGX D38 zu testen.

Los geht es auf dem Gelände der “Feria de Muestras de Armilla-Granada” – der Messe der historischen Stadt Granada. Hier warten elf MAN Einsatzfahrzeuge – vom Kipper bis zum Sattelzug.

Wie zum Spalier angetreten, mit stolzem Löwen auf der Brust, stemmen sich die Lkw der Sonne entgegen.
Ich bin aufgeregt. Gespannt auf das, was vor mir liegt. In zwei Tagen werde ich gemeinsam mit Kollegen aus aller Welt rund 600 Kilometer mit dem neuen MAN TGX D38 zurücklegen. Und das noch vor der offiziellen Premiere des Löwendiesels.

Der neue Motor ist ein kleines Meisterwerk der Ingenieurskunst. Aus den sechs Zylindern holt MAN beim D38 unbändige Kraft. Das Drehmoment steht bereits bei 930 bis 1.350 Umdrehungen/min zur Verfügung.
Für die ersten Testfahren steige ich in den MAN TGX 35.560 8×4-4 BL, in dem der D38 immerhin 560 PS liefert.

Wie sich das Kraftpotential im unwegigen Gelände macht, darf ich direkt zum Start in einer Kies-Grube testen.
In Padul wartet angesichts der hohen Temperaturen nicht nur viel Staub auf die MAN-Kipper, sondern auch das ideale Gelände, um die Traktion der Neuen zu prüfen.

Mit unbändiger aber jederzeit kontrollierbarer Kraft ziehen die MAN mühelos durch das anspruchsvolle Gelände. An dessen Rand erklärt Dr. Ulrich Wiebicke, Senior Manager Versuch im MAN Motorenbau, die neuste Generation der Antriebe. Viel haben die MAN Ingenieure für den neuen D38 aus der Geschichte des eigenen Motorenbaus gelernt. Die Erfahrung geht immerhin 121 Jahre zurück – denn Rudolf Diesel baute bereits seine ersten Motoren hier, bei der Machinenfabrik Augsburg, jene Fabrik die heute die heute durch die ersten beiden Buchstaben des Firmennamen MAN repräsentiert wird. Ebenso vieles jedoch floss an neuen Ideen in das neue Triebwerk. An vielen Stellen sind es wahrhaft kleine Details, die im neuen Motor für große Wirkung sorgen. So setzt MAN erstmals in einem Lkw-Dieselmotor Wölbventile ein, auch die Top-Down-Kühlung ist neu. Gespart hat man in der Motorenentwicklung nur an Gewicht: 160 Kilogramm leichter als der Vorgänger D28 V8 ist der neue D38-Motor, verbraucht dazu weniger und entwickelt aus den 15,2 Litern Hubraum zuverlässig abrufbare Leistung.

Die MAN jedenfalls überzeugen.
Fedor Lapshin, ein russischer Kollege der Autoreview, zeigt sich wehmütig: “Ein tolles Auto, toller Motor!”, sagt der Journalist. “Schade, dass er noch etwas Zeit braucht, bis er nach Russland kommt.”
Zeit müssen allerdings auch die deutschen Fahrer noch etwas haben. Verkaufsstart der neuen Motorengeneration ist die die IAA in Hannover. Dort wird der neue MAN-Antrieb seine große Publikumspremiere feiern.

Bis Hannover sind es von hier 2.470 Kilometer.
Für den Tag geben wir uns allerdings mit einem Bruchstück dieses Marathons zufrieden. Denn nach der Möglichkeit, den neuen MAN TGX D38 in der Kiesgrube zu bewegen, erobern die Fahrzeuge wieder die Straße.
Rund 260 Kilometer bewegen wir die Traktionskönige an diesem Tag unter der brütenden Hitze Südspaniens.
Als kleines Kind bin ich mit Trucks aufgewachsen. Neben der Kraft war vor allem eines immer wichtig: Effizienz und das sichere Ankommen von Fahrer, Lkw und Ladung.
Genau dieses versucht MAN mit neuen Assistenzsystemen und vielen Erleichterungen für den Fahrer zu gewährleisten. Darum soll es jedoch im zweiten Bericht von der MAN Tour gehen – denn an Tag 2 wechseln wir auf die Long Haul-MAN. Dazu in zwei Tagen mehr!

Teil 2 lesen: Echter Berglöwe – Unterwegs mit dem neuen MAN TGX D38