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Škoda gibt Sicherheit – Fahrsicherheitstraining mit dem Citigo

(Thema: Fahrsicherheitstraining) 65 km/h zeigt die Nadel des Skoda Citigo an, etwas mehr als sie sollte. Ich lenke in die abgesteckte Schikane ein, lenke wieder heraus und merke im gleichen Moment, wie der kleine Zwerg mir auf dem wasserbedeckten Beton entwischt. Ich öffne das Lenkrad, löse die Bremse kurz, um mit dem Vortrieb das Ausbrechen […]

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(Thema: Fahrsicherheitstraining) 65 km/h zeigt die Nadel des Skoda Citigo an, etwas mehr als sie sollte. Ich lenke in die abgesteckte Schikane ein, lenke wieder heraus und merke im gleichen Moment, wie der kleine Zwerg mir auf dem wasserbedeckten Beton entwischt. Ich öffne das Lenkrad, löse die Bremse kurz, um mit dem Vortrieb das Ausbrechen des Hecks abzufangen. Aber es ist zu spät, einen Sekundenbruchteil später überholt mich das Heck von rechts – das Auto dreht sich, ich bemühe wieder das Bremspedal. Rund 270 Grad schaffe ich, bevor der Citigo zum Stehen kommt.
Übung nicht bestanden.

Auf Einladung von Škoda habe ich an einem der Basic-Fahrtrainings des Herstellers teilgenommen. Zusammen mit dem Škoda Citigo, einer Handvoll Kollegen und Willy Moersberger als Instruktor erlebte ich nicht nur einen unterhaltsamen Tag, sondern nahm so einiges mit für den sichereren Fahr-Alltag

Angst vor dem Bremsen nehmen

Zweimal bereits hatte ich die Freude, an einem Fahrtraining teilnehmen zu dürfen – jeweils bei BMW. Beim Basic-Training lernte ich unheimlich viel über das Einschätzen von Abständen und Entfernungen im Straßenverkehr, beim Snow & Drift-Training in Sölden hingegen ging es vornehmlich um das sichere Fahren auf Schnee. Am Wochenende nun durfte ich dank Škoda eine dritte Trainings-Session einlegen. Und dabei habe ich wieder viel mitgenommen – ging es diesmal vorrangig darum, die Angst vorm Bremsen zu überwinden.

Das hört sich erst einmal ziemlich schräg an. Ein Fahrtraining, bei dem man Bremsen lernt? Aber in der Tat ist es genau das, was im Notfall (nicht zuletzt das eigene) Leben retten kann. Schnell fahren kann schließlich jeder – Flugzeug fliegen übrigens wahrscheinlich auch, nur mit der Landung wird es meist eben doch eher knapp.

Sechs Stunden dauert der Kurs auf dem Gelände der Continental Teves AG in Frankfurt Rödelheim. Wir starten um 10 Uhr mit der Theorie. Wir lernen etwas darüber korrekt im Auto zu sitzen, darüber wie ABS und ESP funktionieren. Dann geht es fahrtechnisch zu: übersteuern, untersteuern, und der Kammsche Kreis – ein Begriff, der mir bis dato ehrlich gesagt unbekannt war, von Willy Moersberger jedoch auf eine Weise erklärt wurde, die es selbst Mathematik-Unlustigen wie mir im Gedächtnis bleibt.

Dann geht es zu den Autos – neun fünftürige Škoda Citigo stehen auf dem Platz: “Der kleine Schwarze” für den Tag.

Raus auf den Kurs – und bremsen

Es geht auf den Rundkurs am anderen Ende des Geländes. In die schöne Steilkurve zu Beginn der Strecke dürfen wir leider nicht – vielleicht ist das mit dem Citigo aber auch besser so?

Insgesamt übrigens macht der Kleine während dieses Tages eine durchaus gute Figur. beim ersten Kennenlern-Termin mit dem Zwerg Ende April ja Stadt-Leben angesagt war, wird er hier im Training ganz schön gefordert. Starkes Beschleunigen, diverse Vollbremsungen und rasche Lastwechsel – alles meistert der Citigo mit Bravour. An die Grenzen kommt er hier nicht, bis auf die oben beschriebene Szene, die mein Fehler war, habe ich in keiner Situation das Gefühl den Citigo zu verlieren, er gibt Vertrauen.

Die erste Übung ist Slalom-Fahren. Einige Runden geht das – mit jeder versuche ich den Škoda ein wenig schneller um die Pylonen zu geiseln.

In der zweiten Übung soll das Fahrzeug aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten zum Stehen gebracht werden. Einmal mit und einmal ohne Ausweichmannöver während der Bremsung.

30 km/h, 50 km/h, 70 km/h – eindrucksvoll zeigt unser Instruktor, wie sich der Bremsweg bereits bei minimalen Geschwindigkeitsunterschieden potenziert.

Nun hatte ich schon diverse Male das zweifelhafte Vergnügen ein Auto aus ordentlich Tempo in einer Notbremsung zum Stehen zu bringen – die Lektion jedoch ist wichtig. Denn wer noch nie eine Vollbremsung gemacht hat, der begegnet dem Bremspedal zuweilen mit weniger energischem Druck als es notwendig und möglich wäre. Wichtigste Lektion bei einer Vollbremsung auch: Bei Fahrzeugen mit manueller Schaltung sollte zwingend auch die Kupplung mit gedrückt werden. Sonst geht das Auto aus, und neben dem typischen “Springen” des Fahrzeugs gibt das noch ein mächtigeres Problem: “Wenn das Auto aus ist, gehen auch ABS und Bremskraftverstärker sowie Servolenkung aus”, führt Willy an. Wichtige Systeme, auf die man in der Notsituation nicht verzichten will.

Ein Assistent muss sich Vertrauen verdienen

Nach den diversen Verzögerungstests kommt der ultimative Vertrauenstest zum Auto. Denn jetzt sollen wir die den aktiven Bremsassistent testen. Selbst.

Das “City Safe Drive” genannte Helferlein ist für 150 Euro Aufpreis im Citigo zu haben. Ehrlich gesagt ein Schnäppchen, die vielleicht kein Leben, aber das eigene Auto retten kann.

Über eine nach vorn gerichtete Kamera im Rückspiegel scannt der Citigo bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h permanent den Raum vor dem Fahrzeug. Stellt er ein Hindernis fest und reagiert der Fahrer nicht (durch bremsen oder ausweichen), geht der Citigo im letztmöglichen Moment von selbst in die Vollen.

Uns ist allen ein wenig flau. Absichtlich auf ein Hindernis fahren?

Ich rolle mit etwas weniger als 30 km/h auf das Modell eines Pkw-Hecks zu. Es ist schwierig hier nicht auf die Bremse zu treten – den Reflex zu unterdrücken kostet Nerven und Willen. Näher und näher kommt es. Man weiß: Selbst wenn der Bremsassistent versagt wird nichts passieren, das Hindernis ist leicht und beweglich. Trotzdem. Man rollt, rollt, rollt – und plötzlich zieht es einen in den Gurt nach vorn und gefühlt binnen eines Sekundenbruchteils und nur wenige Zentimeter vor dem Aufprall bleibt der Citigo souverän stehen. “Rückwärtsgang einlegen und rüber”, weißt mich Willy an. Mach ich, in meinem Kopf zieht noch ein Kino vorbei während über den Funk mit einem hörbaren Lächeln kommt: “An machen musst Du ihn schon auch wieder!”

Natürlich geht der Citigo aus – manuelle Schaltung und keine Kupplung. Aber er verzögert brachial, kommt mit einem heftigen Ruck zum stehen. Ohne Gurt sollte das Manöver hier nicht passieren – dem Kopf würde man eine ordentliche verpassen. Bedeutet also: Mit Aktivem Bremsassistent immer erst anschnallen, dann losfahren. Ich betone das, weil ich zu der bösen Sorte Autofahrer gehöre, die sich erst nach dem Ausparken anschnallen …

Quer geht auch im Citigo

Das Vertrauen in den Škoda wächst während dieses Tages. Und die nächste Übung soll verdeutlichen, dass dieses Vertrauen auch auf weniger sicherem Untergrund nicht schwinden muss.

Die Strecke ist nass, und auch diesmal stehen Ausweich- und Bremsübungen auf dem Programm. Klar, dass bei weniger Haftung auch der Citigo an die grenzen der Physik stößt. Gegen Aquaplaning ist auch er nicht machtlos – aber deshalb ist dies hier eben auch ein Fahrer-Training, der Mensch am Lenkrad muss halt auch noch etwas tun und können. Der erste Versuch durch eine Schikane in der Wasser steht zu manövrieren gelingt mit nicht ganz. Ich merke wie ich mit etwas zu hoher Geschwindigkeit und zu spätem Einlenken das Auto verliere. Nicht die Schuld des Citigo, eher des blöden Fahrers.

Aber die Übungen zeigen, dass bei Regen einfach grundsätzlich auch ein Auto an seine Grenzen stößt, dass sonst großartig auf der Straße liegt. Hier ist selbst bei vorhandenem Können und Assistenzsystemen vor allem noch Gefühl und Kopf gefragt.

Hoch die Schuhe

Zum Abschluss haben sich Škoda und Willy noch etwas wunderbares einfallen lassen. Eine Lektion, die vor allem unter den anwesenden Männern durchaus für viele Lacher sorgte: Autofahren mit High Heels.

Meine Schuhgröße war leider nicht vorhanden, dafür jedoch u.a. die von Can und Mario-Roman – verewigt im Foto (bis deren Anwälte mich gleich anrufen ;)

Während Willy vor den Gefahren warnte, die beim Fahren mit High Heels insbesondere in Not-Situationen entstehen können, meisterten die Frauen die Fahrten und die Übung mit den hohen Schuhen so souverän, dass man von großer Erfahrung und wenig Einsehen ausgehen muss. Während die mit den Schuhen ausgestatteten Männern in dieser Übung weitaus schlechter abschnitten als die Damen …

Fahrsicherheitstraining – ein Muss für jeden

Ich bin durchaus ein Verfechter der Forderung, dass Fahranfänger ein Basic-Fahrsicherheitstraining machen sollten. Wenn es nicht bereits zur Fahrschule gehört, dann sollten Eltern oder Großeltern durchaus die im Verhältnis zu den Kosten der Fahrerlaubnis günstige Gebühr für ein solches Training investieren. Ich habe selbst jetzt beim dritten mal wieder jede Menge mitgenommen – das fängt bei so banalen Dingen an, wie dem richtigen Sitzen, und hört eben damit auf, dass man Extremsituationen wie eine Vollbremsung aus nasser Straße einfach mal übt. Die glaube ich wichtigste Erkenntnis bisher für mich war, diese laxe Haltung gegenüber möglichen Fehleinschätzungen und das Gottvertrauen in moderne Autos abzulegen. Klar helfen uns ABS und ESP unheimlich – deswegen sind es wichtige und gute Systeme. Gegen die Physik kommen aber eben auch sie nicht an – da hilft nur unser Kopf.

Deswegen: Ich kann jedem nur empfehlen einen solchen Kurs zu besuchen. Die kosten nicht die Welt.

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Danke Škoda für die Einladung. Fotos alle via iPhone ;)