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Foto: Alexander Schillack

Bär jagt Hase: Mit dem Range Rover Evoque auf dem Bilster Berg

Das Wetter zeigt sich von seiner abwechslungsreichsten Art an diesem Tag. Mich daran hindern mit einem einen zwei Tonnen schweren Range Rover einen Toyota GT86 über eine Rennstrecke zu jagen aber kann das nicht …

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“Driving Ressort Bilster Berg”. Fast hätte ich das Schild übersehen. Nur mein Navigationsgerät schlägt plötzlich vor: „Demnächst bitte wenden“. Dass sich hier – mitten im deutschen Nirgendwo – Jemand eine Rennstrecke in die Landschaft setzt ist in Zeiten von Elektroautos und nachhaltigem Wirtschaften fast schon anmaßend. Aber großartig!

Der ‘Bilster Berg’ beugt sich keiner Rennstrecken-Konvention. Muss er auch nicht, denn hier sollen keine Rennen vor Zuschauern gefahren werden. Die Strecke dient nicht dem Besucher, sondern dem Fahrer – ist für ihn gedacht.
Und das macht jede Menge Spaß.

Über die Hintergründe um die Entstehung des Bilster Berg hatte ich vor einiger Zeit bereits geschrieben.

Knapp 4,2 Kilometer Asphalt winden sich in atemberaubenden Kurven bergauf und bergab durch die nordrhein-westfälische Landschaft. Ein Traum für jeden Enthusiasten.

Foto: Thomas Gigold

Wir kleine Gruppe von Bloggern allerdings haben uns für einen Kennenlerntag der Rennstrecke ausgerechnet den Tag mit dem abwechslungsreichsten Wetter des Jahres ausgesucht. Wind, Regen, Schnee, Sonne. Alles gibt es; in wildem Wechsel.
Und doch. Abhalten davon, die von Jaguar LandRover und dem Autohaus Mattern zur Verfügung gestellten Autos hier ein paar Runden zu bewegen, kann uns das wilde Wetter nicht.

Am Ende erlaubt auch genau dieser Wettermix ein Kunststück, das unter normalen Umständen kaum möglich wäre: Einen sonst so forschen Toyota GT86 jage ich im Allrad Evouqe über mehrere Runden problemlos auf dem Bilster Berg vor mir her.

Moritz Nolte mit seinem Toyota GT86 auf dem Bilster Berg

Der kompakte Range Rover Evoque verfügt mit seinem 2,0 Liter-Vierzylinder Diesel über ein leistungsfähiges Aggregat, aus dem er immerhin 430 Nm holt. Und die überträgt er mittels 9-Stufen-Automatik auf alle vier Räder. Nicht zuletzt dieses macht es mir leicht, den Toyota mit Hinterradantrieb bei seinem Tanz auf der Rasierklinge zu folgen.
Nur einmal geht mir in der ersten Kurve nach Start und Ziel der Asphalt innerhalb der Linien kurz aus. Zwei Tonnen englischer Technologie brauchen dann eben doch einen leicht anderen Bremspunkt als das japanische Leichtgewicht vor mir. Lesson learned. Und in Kurve vier, kurz vor der jeden Mut fordernden Mausefalle bin ich wieder dran.

„Mausefalle”. Der Bilster Berg offenbart seinen Charme bereits bei der Benennung seiner Streckenabschnitte. Aber für eine Kurve, die über eine nicht einsehbare Kuppe links über 26 Prozent Gefälle herab und mit 21 Grad bergauf über eine zweite blinde Kuppe wieder rechts heraus führt, kann man schon das Wort „Falle“ ins Spiel bringen.

Foto: Thomas Gigold

Ich bin kein Rennfahrer, auch wenn die in den letzten drei Jahren absolvierten Basis- und Rennstrecken-Trainings mir persönlich geholfen haben. Aber ich genieße jede einzelne Runde auf dem Bilster Berg – sie zimmern mir mit jedem Kilometer ein breiter werdendes, leicht debiles, Lächeln in mein Gesicht.
Das hier ist atemberaubend.

Die Strecke ist kurz genug um nach zwei, drei Runden jede Kurve zu kennen. Das gibt Sicherheit, weil du dich voll auf das Fahren konzentrieren kannst. Und das ist notwendig, denn gleichzeitig hat es hier so anspruchsvolle Ecken, dass du mit jeder Runde mehr aus dem Auto kitzeln magst.

Ans Limit gehe ich an diesem Tag nicht vollends. Dafür fehlt letztlich – unabhängig vom geeigneten Wetter – vielleicht auch ein Instruktor, der dir die letzten kleinen Tricks hier verrät. Sicherheit geht vor, insbesondere wenn du in einem Auto sitzt, dass dir vertrauensvoll überlassen wurde.
So wie der Land Rover Evoque, der mich an diesem Tag wirklich überrascht.

Dank Allrad-Antrieb und 190 PS donnert der Brite lässig, aber mit Nachdruck und kontrollierbar über die Strecke. Das beeindruckt, weil du jederzeit das Gefühl hast, das Auto im Griff zu haben. Das Fahrwerk ist gut genug, damit du jederzeit Kontakt zum Asphalt spürst, die Lenkung ist direkt und gibt dir Rückmeldung – du merkst, bevor er den Grip verliert und kannst korrigieren. Und dann schaffst du es auch, einen kleinen Japaner zu jagen, der im Regen mit einem rutschendem Heck zu kämpfen hat.

Mein erster Tag am Bilster Berg war ein Erlebnis. Eines, für das ich mich nur bedanken kann – beim Team des Driving Ressorts, bei Jens Stratmann – er hatte die Idee und übernahme die Organisation – sowie Jaguar/Land Rover. Ebenso geht mein Dank an Magnus Mattern vom gleichnamigen Autohaus, er brachte einen Nissan Juke Nismo RS mit zum Driving Ressort.

Ihr könnt den Bilster Berg übrigens über spezielle Angebote oder die Open House Days erleben. Dann steht die Rennstrecke für einen geringen Obolus den Enthusiasten offen.