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Mazda6

Mazda: Und es hat Zoom gemacht!

1000 mal berührt. Tausend mal ist nichts passiert. Tausend und eine Nacht, singt die Klaus-Lage-Band. Und es hat Zoom gemacht.
Aber was ist eigentlich Zoom? Und wie bekommt man das Lage’sche Zoom in ein Auto?

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Zoom-Zoom.
Für Mazda ist dieser Inflektiv nicht nur ein Marketing-Claim. Es ist ein Lebensmotto, wenn man so will. Jedes Auto soll “dieses Zoom-Zoom-Gefühl” transportieren. Fahrspaß.
Für den hatte ich, wenn ich ehrlich bin, Mazda bisher nicht auf der Rechnung. Doch ein Tag in Leverkusen rückt mein Bild etwas gerade.

Mazda ist anders

Ich hatte das Vergnügen Mazda in seinem europäischen Stammsitz in Leverkusen zu besuchen. Eine nüchterne Firmenzentrale im Herzen des Ruhrpotts, außen wie innen ist hier wenig Zoom – doch viel Herz. Und das ist, was Mazda vielleicht am meisten auszeichnet. Man agiert bei Entscheidungen mit einem scheinbar anderen Organ als die Wettbewerber. Man ist “anders” und pflegt diese eigene Welt.

Am deutlichsten wird dies beim Herzen der Fahrzeuge. Denn während der Wettbewerb am Markt den Weg ins Land der Effizienz mit weniger werdenden Zylindern, kleinerem Hubraum und leistungsstarken Turbos angeht, wandert Mazda auf einem abseitigeren Pfad. Das Wander-Ziel heißt auch bei Mazda “Effizienz” – die CO2-Richtlinien der EU kann und will Mazda nicht ignorieren -, doch setzt man bei den Japanern genau auf die Gegenrichtung zu den anderen. Hier heißt es mehr Hubraum, mehr Leistung und keine Turbos bei den Otto-Motoren.

Mehr Power, weniger Verbrauch.

Mehr Leistung aus jedem Tropfen Sprit will Mazda holen.
Dazu begann man, beim Gewicht zu sparen – nicht mit Karbon oder Aluminium, sondern durch Verzicht auf Stahl. Tatsächlich jede Schraube hat man auf die Möglichkeit sie leichter zu machen, geprüft. Der nächste große Schritt waren dann natürlich die Motoren. Rund 25% effizienter ist die neue Generation der “SkyActive” getauften Mazda-Aggregate.
Dazu ändert man das Verdichtungsverhältnis Sprit/Luft bei der Einspritzung. Während das Verhältnis eines normalen Otto-Motors heute bei ca. 10:1 bis 12,5:1 und bei Diesel-Motoren bei etwa 18:1 liegt, weicht Mazda von diesem ab. Auf 14:1 hat man die Motoren bei Mazda im Verhältnis reguliert – sowohl die Diesel-, als auch die Otto-Motoren. Zudem spritzt man den Treibstoff in zwei Stufen ein, hat sich viele Gedanken über die perfekte, kontrollierte Zündung und die ideale Kühlung gemacht. Detailarbeit bei der Entwicklung gab es offenkundig genug. Immer mit dem Ziel, die Vorteile von Diesel- und Benzin-Motoren so gut wie möglich zu kombinieren.

Heraus kommen Motoren, die mehr Hubraum aufweisen als der Schnitt der aktuellen Fahrzeuge, welche Leistung ganz ohne Turbo auf die Straße zaubern – und trotzdem ebenso wenig Sprit verbrauchen, wie der Wettbewerb.
Selbst als Fan des Ford-Dreizylinders stellt man sich angesichts der von Mazda aufgeführten Daten die Frage: Wieso machen das nicht alle so, oder wenigstens ein paar mehr? Angesichts der weltweiten Absatzzahlen kann man Mazda durchaus mit BMW vergleichen – wo der Turbo vor geraumer Zeit seinen Siegeszug durch die gesamte Motorenpalette antrat.

Zoom-Zoom. Für Mazda ist es die Versinnbildlichung des Andersseins. Welcher Autohersteller traut sich schon, an seine teuren Werbebotschaften ein lautmalerischen “Brumm-Brumm” zu hängen?

Bei all dem Anderssein kann man sich so ganz vom Hubraum-Kreisel, der die Hersteller erfasst hat, aber dann aus Marketingsicht übrigens doch nicht trennen. Denn der Kunde lernt langsam: So sehr Hubraum in alten Tagen durch nichts zu ersetzen war, weniger Spritverbrauch hat was mit geringerem Hubraum zu tun. Also schreibt man bei Mazda künftig nicht mehr 2.0 an die Motorenbezeichnung des Mazda3, sondern zum Beispiel 120. Denn: “Wir werden die Nomenklatur der Motoren an der PS-Zahl ausrichten, nicht mehr am Hubraum”, sagt Jochen Münzinger, Pressesprecher von Mazda Motors Deutschland bei einer kurzen Präsentation des Mazda3. Dann doch ein Zugeständnis, weil Hubraum allein nichts mehr über Leistung aussagt.

Wegen ihrer Leistung verstecken müssen sich die Mazda Fahrzeuge übrigens nicht. Auf einer Ausfahrt ins Bergische Land konnte ich den aktuellen Mazda CX-5 kennenlernen. Das Kompakt-SUV tritt gegen Fahrzeuge wie den Nissan Juke oder BMW X1 an. Im getesteten Modell mit dem SkyActive-Diesel konnte es überzeugen – dazu jedoch in einem weiteren Artikel mehr.

Das oben hinter dem Lenkrad des Mazda6 bin tatsächlich ich … Leider reichte die Spritztour mit dem flotten Kombi nicht, um einen Eindruck von ihm zu gewinnen – doch das ändert sich ggf. bald.

  • Dirk Olbertz

    Hmm… Das mit “100 mal berüht” war aber die Klaus-Lage-Band :)

    • ThomasGigold

      Das ist korrekt, Dirk.
      Deutscher Schlager … ^_^

  • Oli

    Also wenn Leverkusen mitten im Ruhrpott ist, ist dann Oberhausen in Holland? Leverkusen gehört zum Rheinland und ist kein Teil des Ruhrgebietes, auch wenn dort sooo schöne Kaminschlote stehen ;-)

    • ThomasGigold

      Ich bin Thüringer – vom Rheinland sieht das auch alles wie “der Osten” aus. Verzeih’ ;)