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Mein persönliches Highlight der IAA 2015

Wie begeisterungsfähig bin ich? Mein persönliches IAA Highlight 2015.

Am Ende eines Messetages ist die Frage nach “dem einzig wahren Highlight” auf der IAA häufig gestellt. Ich erzähl es euch – und nein, ist ist kein Mercedes, Alfa Romeo oder Tesla!

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“Was ist eigentlich dein Messe-Highlight; gibt es etwas, dass man gesehen haben muss?” Als Besucher – egal ob privat oder beruflich – wird einem diese eine Frage eigentlich immer auf einer Messe von Freunden, Kollegen und Verwandten gestellt. Alle suchen es, das ultimative Ding, weshalb man auf eine Ausstellung rennen muss.
So auch zur IAA.
Seit 10 Jahren nun bin ich mindestens immer eine Woche auf der “Internationalen Automobil Ausstellung” in Frankfurt zugegen gewesen. So auch in diesem Jahr. Und natürlich fragt da nicht nur jeder, was man da so macht. Sondern auch, was denn da so das schickste/schnellste/praktischste/technologisch führende – kurz: beste – Auto ist.
Und damit ich das dieses Jahr nicht 500 mal beantworten muss, gibt es diesen Text.

Und mein IAA Highlight in diesem Jahr ist … das ist schwierig! Wirklich!

Die Autoindustrie ist seit einiger Zeit im Wandel. Nicht nur auf technologischer Ebene, sondern vor allem auch im Marketing-Bereich. Messen fungieren nicht mehr als die Events, die den Höhepunkt im automobilen Kalender der Hersteller darstellen.
Die großen Hersteller kreieren Zusehens ihre eigenen Events und schicken Fahrzeuge schon lang vor der Publikumspremiere auf irgend einer Messe in die virtuelle Welt.
Beispiel: BMW 7er. Das Messehighlight für die Münchner – und selbstverständlich auch für Benny Hiltscher von Bimmertoday – ist schon seit Monaten bekannt. Jeder BMW-Fan kennt das Auto bereits aus so ziemlich jedem Winkel, erste Journalisten und Kunden durften bereits mit ihm fahren. Beim neuen BMW X1 ebenso.
Das gleiche Spiel betreibt Alfa. Die Italiener blasen mit der Alfa Romeo Giulia zum Angriff auf AMG, Audi Sport und BMW. Mit dem Messe-Highlight von Matthias Luft ziehen sie auf dem Nürburgring allen davon. Und doch: kennt man seit Monaten, das Auto. Und dazu kommt: Die Guilia schafft es nicht, mit optisch zu begeistern. So fein die Technik auf dem Papier sein mag – optisch ist sie überhaupt nicht mein Fall.

Für was aber – wenn nicht für neue Autos – sind Messen dann noch gut und können beweisen, dass sie sich nicht überlebt haben?
Messen sind maximal noch gut für diese Utopien, an denen sich Designer und Techniker mal austoben sollen. Selbstverständlich tranportieren Concept Cars immer auch “Designelemente für die künftigen Modelle der Marken. Und schick sind das Citroen Concept Car – Highlight von Nicole Y. Jodeleit -, das Honda Project 2&4 – Hightlight von Tom Schwede – oder das Peugot Fractal Concept – Highlight für Daniel Bönnighausen – durchaus auch. Aber mich lassen diese rollenden Modellautos mittlerweile wirklich kalt. Was soll Beigeisterung, wenn ein mögliches Serienmodell dann doch sowieso langweilig wird, weil es sich an gängige Sicherheitsregeln und Gesetze halten muss. Und dann ist da der Mut, den nicht jeder Hersteller so beweist wie BMW zuletzt mit den BMW i Modellen.

Trotzdem gibt es natürlich die Serienfahrzeuge oder Sportler, die mich wirklich begeistern. Der Ford Focus RS ist so ein Auto. Auch schon seit Monaten bekannt – erstmals durfte ich ihn Genf im März sehen. Und nur deshalb, weil er eben schon ein halbes Jahr von Messe zu Messe reist, ohne endlich in Serie zu gehen (er kommt … mit wirklich tollen Werten für 39.900 Euro), ist er nicht mein IAA-Highlight.

Und was ist dann mit Autos, welche die “Mobilität von Morgen” zeigen? Schliesslich ist dies das Motto der IAA 2015? Und auch in seiner Gesamtheit das Highlight von Lisa Lisa.
Ja, da wäre der Audi e-tron quattro Concept – das Highlight von Kai Domroese. Ein Audi Q6 mit reinem Elektro-Antrieb und viel Reichweite, der Tesla Konkurrenz machen soll. Irgendwann 2018. Also nach der nächsten IAA 2017. Vielleicht. Wir reden da in zwei Jahren noch einmal drüber, wenn das Serienmodell dann greifbar ist, okay?

Ganz greifbar sind die Oberklasse-Modelle auf der IAA. Jene, die sich eh kaum ein Besucher leisten wird, oder kann. BMW 7er, Audi S8 plus oder – das Highlight von Jens Stratmann – das Mercedes S-Klasse Cabrio.
Nobel ist cool, weil die Rendite stimmt und Oberklasse-Fahrzeuge nicht von Wirtschaftskrisen oder dergleichen getroffen werden – wer reich ist, der kauft immer.

Und was bleibt dann?
Renault Megane, der neue Audi A4, …

Opel Astra Sports Tourer auf der IAA 2015

Opel Astra Sportsvan.
Sportsvan. Früher hießen die Kombis von Opel ja noch Caravan – ich hatte gar mal einen. Aber gut, früher hieß der Astra auch noch Kadett. Zeiten ändern sich. Und bei Opel ändern sie sich gerade schnell. Seit man in Rüsselsheim neuen Mut gefasst hat, dreht man auf. Tina Müller als Marketingchefin und mein Namensvetter Karl-Thomas Neumann als Ober-Chef haben es geschafft, der Marke in den letzten beiden Jahren einen neuen Anstrich zu geben. Mit dem neuen Astra soll nun ein weiterer Schritt gemacht werden. Der kompakte Bestseller fährt in der neuen Generation vor und will Volkswagen Golf sowie Ford Focus nicht nur ärgern, sondern ans Bein pissen. “Wir sind nicht nur wieder da, sondern teilen auch wieder aus”, ist die Message die Opel auf der IAA verbreitet. Neues Selbstbewusstsein, dass der Marke steht.
Und weil ich diese Chuzpe ebenso mag, wie den neuen Opel Astra ist das eigentlich mein Highlight. Und auch, weil der Sports Tourer tatsächlich eine IAA Premiere ist – erst wenige Tage vorher angekündigt, noch niemandem vorher gezeigt. Ich mag das …
Und Bjoern Habegger auch – für ihn ist der neue Astra Kombi ebenso das Messe-Highlight.

Der neue Astra Sports Tourer ist genau so groß wie sein Vorgänger, wiegt aber weniger. Satte 200 Kilo hat Opel bei ihm eingespart – wahrscheinlich auch, weil man auf mindestens genau so viele Knöpfe im Innenraum verzichtet hat … Endlich!
Gerade mal 1260 Kilo (inklusive Fahrer) bringt er auf die Waage. Ausgestattet mit Motoren von 95 bis 200 PS verspricht das durchaus flottes Vorankommen, auch wenn die Hubräume mit 1,0 bis 1,6 Liter überschaubar sind. Aber daran müssen wir uns gewöhnen …
Ausgestattet ist der neue Astra mit allerlei Technik: Assistenzsysteme bis zum Abwinken, OnStar-Konnektivität, Multimedia, beheizbare äußere Rücksitze (vorne natürlich auch), … Und Matrix-Licht. Für Licht-Junkies natürlich wichtig – auch, wenn ich schon lachen musste, als ein Opel-Manager gestern allen Ernstes erklärte: “Licht-Technologie ist eine der Kernkompetenzen von Opel!” Der soll sich mal mit BMW, Audi und Osram unterhalten – da gibt es ja einen teilweise schon bizarr anmutenden Kampf um die “Lichtkompetenz” der zugekauften Technologie.

Also, schaut euch den Astra an.

BMW 225xe Active Tourer Plug-in Hybrid auf der IAA 2015

Wobei.
Wer darauf hofft, den Astra auch als Hybrid zu bekommen – schließlich reden wir ja von “neuer Mobilität” – schaut in die Röhre. Gibt es nicht. Bei der Elektromobilität ist Opel auf General Motors angewiesen. Und auch, wenn Tina Müller ein Elektroauto mit “mehreren hundert Kilometern elektrischer Reichweite” von Opel ankündigt … noch ist man konventionell unterwegs.

Weshalb der BMW 225xe Active Tourer durchaus mein zweites Highlight ist. Denn den bestverkauften BMW der letzten Monate gibt es künftig auch mit einem Plug-in Hybrid-Antrieb. Damit ist es der erste Kompaktvan (das Wort mag man in München ja nicht), der 41 Kilometer rein elektrisch fahren kann. Und der dazu noch ganz ansehnlich ist – für einen Van. Dazu stammt das Antriebskonzept quasi vom BMW i8 …

Schaut euch also beide an! ;-)