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BMW i3 vs. Chevrolet Bolt

Chevrolet Bolt vs. BMW i3 – Transatlantische Zwillinge

Einer der großen Hingucker der Detroit Motor Show, die nun bereits wieder eine Woche hinter uns liegt, war ein Concept Car – der Chevrolet Bolt. Aber wieso kommt mir dieses Auto so bekannt vor?

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Stolz. American Proud. War das, was da auf der Bühne in dicken Wellen waberte, als GM Chefin Mary Barra das Überraschungs-Concept Bolt ins Rampenlicht fahren ließ. Das Auto soll in Serie bald die Amerikaner elektrifizieren – und zwar im wörtlichen Sinne. Denn der Bolt ist ein Elektroauto. Eines, das vor allem gegen Tesla stänkern soll – Riese GM gegen Nerd.

“Glauben Sie mir, der Chevrolet Bolt ist kein Experiment, das ist ein Elektroauto für die Wirklichkeit”, kündigt Barra an. Und nennt Zahlen: 320 Kilometer soll der Bolt rein elektrisch fahren – doppelt so viel wie alle anderen normalen Elektroautos auf dem Markt. Und vor allem doppelt so weit wie sein eigentliches Vorbild: Der exzentrischer gestaltete BMW i3.

Nach der Barra-Show überschlagen sich die Blogs und Journalisten in den USA. “Schaut”, schreiben sie, “das hier ist Ernst! Der ist besser als der i3!”
Nun, das muss er erst beweisen.
Denn man mag vom i3 halten was man will. Mindestens eins hat er dem Bolt voraus: Er ist real – heute schon. Der Bolt – übersetzt wahlweise als Blitz, Dorn oder Pfeil – hingegen rollt erst 2017 an, soll dann aber eben mit der gleichen “gigantischen” Reichweite wie ein Tesla S überzeugen.

Eine Reichweite jenseits der 200 Kilometer im urbanen Raum ist eigentlich ja so überflüssig wie Mozzarella auf einer guten Carbonara-Sauce. Aber sie zieht als Verkaufsargument – denn wir Menschen sind angstgetrieben. Wir kaufen Autos für Ausnahmefälle, nicht für den Alltag. Ein Auto muss für den einen Urlaubsausflug mit der Schwiegermutter passen, nicht für die 363 Fahrten zum Bäcker und auf Arbeit im Jahr.

Chevrolet Bolt - EV Concept

BMW dürfte der Bolt trotzdem ein wenig zwischen den Schulterblättern jucken. Die USA sind aktuell der stärkste Markt für den BMW i3. Und jetzt kommt da ein Lokalmatador – der sich auch mit dem Wort “Carbon” schmücken will und (vielleicht) mehr Power hat. Sicher, als Chevrolet kommt der Bolt mit weniger “Premium”, allerdings auch mit weniger tiefem Eingriff in die Geldbörse. Nur 30.000 US-Dollar soll der Bolt kosten. Das sind 12.000 Dollar weniger als eGolf und BMW i3.

Wie das geht, wo doch schon BMW mit den BMW i3 erst “über die Lauftzeit hinweg Rendite” erwirtschaften wird?
“Quersubventionierung” heisst die Lösung. Und die ist für keinen Hersteller lustig, der verhältnismäßig klein ist – wie BMW oder eben Tesla. Es scheint, als wollte GM die beiden elektrischen Wettbewerber mit aller Macht wegpusten.
Ob das lang gut geht? Das werden die Aktionäre entscheiden.

Mir aber brennt jetzt, eine Woche nach der Detroit Motor Show, noch immer vor allem eine Frage unter den Fingernägeln: Warum schreibt verdammt noch einmal eigentlich niemand, dass der Bolt aussieht wie ein braver BMW i3?

Das musste mal raus.

BMW i3

Es ist gut zu sehen, dass das Elektroauto nicht gleich wieder verschwinden wird – trotz sinkender Spritpreise, die ein Ende des Elektro-Hypes bedeuten könnten. Statt dessen wird weiter entwickelt.
Ich denke nicht, dass wir in Zukunft nur elektrisch fahren. Ich glaube, wir werden über die nächsten 20 Jahre hinaus einen bunten Mix an Fahrzeugen bekommen – vom Plug-In Hybrid über pure Elektroautos bis hin zum Brennstoffzellenfahrzeug. In all diesen Bereichen stehen wir erst auf der zweiten Stufe einer langen Treppe – und ich freue mich auf den Aufstieg zur nächsten Stufe, auch wenn wir deshalb die schweren V8 und Sechszylinder-Maschinen unten am Fuss der Treppe liegen lassen …