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Tesla Model 3: Erste offizielle Daten und eine Meinung zum „Volks-Tesla“

Mit der Vorstellung des Model 3 stößt Tesla in den Bereich von BMW i3 und eGolf vor – ein Elektroauto fürs Volk soll der 35.000 US-Dollar teuere Amerikaner werden. Hier die ersten Daten und eine Einschätzung.

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Tesla, das Apple der Elektromobilität.

Eines muss man den Leuten bei Tesla lassen: Sie wissen, wie man Dinge zu einem Hype macht.
Bereits mit dem Model X haben sie es geschafft, ein Auto ins Gespräch zu bringen, dass noch Jahre von der Auslieferung entfernt war. Mit dem „Volks-Tesla“ Model 3 gelingt dieses Kunststück erneut.

In der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag – ausgerechnet den 1. April? -, hat Tesla sein „Einstiegs-Auto“, das Model 3, vorgestellt. Der dritte Sproß der Elektroauto-Familie soll mit 35.000 US-Dollar (ohne Steuern) deutlich günstiger als die Modelle S und X sein und den Markt beflügeln.
Tatsächlich begibt sich Tesla damit in die gleichen Preis-Sphären, in denen auch BMW i3 und der elektrische Volkswagen eGolf um Kunden fischen.
Nicht zu erwarten ist, dass der Tesla 3 in Europa für unter 35.000 Euro erhältlich sein wird. Zwar liegt der aktuelle Umrechnungskurs bei 30.750 Euro, dazu kommen aber noch Import und Steuern. Ich halte knapp 40.000 bis 42.000 Euro für realistisch – und damit etwas mehr als die 37.500 Euro, die BMW und VW aufrufen.
Noch allerdings äußert sich Tesla nicht zum finalen Preis.

Das jedoch hält viele Leute nicht vom Kauf des neuen Modells ab – oder zumindest der verbindlichen Reservierung. Denn mit der Vorstellung startet auch die Reservierungsphase. Um sich seine Option auf das Tesla Model 3 zu sichern muss man 1.000 US-Dollar anzahlen – und Geduld haben. Denn vor Ende 2017 wird keiner seinen neuen Tesla in die Garage stellen können.

Tesla Model 3 - Premiere des Volks-Tesla

Tesla hat heute beim Vorstellungstermin am Ende einen Counter eingeblendet, wie viele Vorbestellung man bereits hätte – die Zahl, die ich in Live-Streams und Facebook-Videos gesehen habe belief sich auf zuletzt mindestens 150.000.

Gratulieren muss man Tesla auf jeden Fall zum Marketing-Druck, den man hier aufbaut. Das Fahrzeug ist 1,5 Jahre vor dem Produktionsstart, mit den harten Fakten hält man sich zurück – und doch spricht bereits jeder drüber. Glückwunsch.

Die wichtigsten Fakten kurz und knapp:

  • Beschleunigung von 0 auf 60 mph (96,5 km/h) in weniger als sechs Sekunden
  • Allrad-Antrieb optional
  • Reichweite: mehr als 200 Meilen, also 320 Kilometer
  • US-Preis: ab 35.000 Dollar – ohne Vergünstigungen, ein verbindlicher Preis steht noch nicht
  • Produktionsbeginn: Ende 2017
  • Ziel: Steigerung der Tesla-Produktion auf 500.000 Einheiten im Jahr
  • Platz für 5 Personen und Gepäck

Tesla Model 3 - Premiere des Volks-Tesla

Ohne Zweifel wird Tesla mit dem Model 3 einmal mehr für Bewegung im Markt der Elektroautos sorgen. Die angestammten Hersteller haben noch zwei Jahre Zeit, sich auf den neuen Wettbewerber im Segment der „leistbaren“ E-Autos einzustellen.

Tesla hat einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb: Das Unternehmen kann disruptiv arbeiten und muss nicht mit jedem Fahrzeug Geld verdienen. Noch hat es einen Freibrief der Aktionäre und verbrennt knapp 4.000 US-Dollar mit jedem verkauften Fahrzeug. Das wird sich mit der Einführung des Volks-Tesla jedoch verändern – der Druck in dem Segment wird auch auf Tesla zunehmen.
Anfang 2018 werden wir mehr wissen …

Nächster Schritt: Der BMW i3 wird ein Update seiner Batterieleistung bekommen. Dann steigt die Reichweite des Münchners auf wohl 230 Kilometer im NEFZ-Zyklus. Gleiches kommt wohl für den eGolf. Der Opel Ampera e kommt mit einer Reichweite, die dem Model 3 ebenbürtig ist. Für viele Tesla Kunden spielt aktuell wohl eher der Underdog-Charakter des Unternehmens und dessen selbst aufgebaute Infrastruktur eine Rolle. Derzeit gibt es weltweit 3.608 Supercharger und 3.689 sogenannte Destination-Charger. Bis zur Auslieferung des Model 3 Ende 2017 soll diese Zahl auf 7.200 beziehungsweise 15.000 steigen.
Insbesondere bei diesem Punkt müssen die Wettbewerber anfangen schneller zu agieren und neu zu denken.