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“Siri, bring mich nach Hause!”

Ford hat mit seinem Sync die Sprach-Steuerung von gewissen Funktionen ins Auto gebracht. Das mit Microsoft zusammen entwickelte SYNC machts möglich. Jetzt jedoch kontert Apple und bringt neun Autobauer dazu, eine ‘Siri’-Taste für das iPhone ins Auto zu verbauen …

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Ford hat mit seinem Sync die Sprach-Steuerung von gewissen Funktionen ins Auto gebracht. Mit Sync lässt sich auf recht schmaler Umfangsbasis Musik steuern, Anrufe können getätiget werden, SMS vorgelesen und mit rund einem Dutzend kurzen Phrasen gar beantwortet werden. Alles das, was beispielsweise Siri einem auf dem iPhone auch abnehmen kann – nur, dass Siri eben mehr kann.

Kein Wunder also, dass das nette Apple-‘Mädchen’ jetzt auch ins Auto kommt: “We want to integrate Siri even better in the car”, sagt Scott Forstall, Vice President iOS Software bei Apple, auf der Keynote. Und dann geht es ‘boom’ und Apple macht Siri zur Beifahrerin.

Siri bekommt in Modellen von BMW, Audi, Mercedes, GM, Land Rover, Jaguar, Toyota und Honda ihren eigenen Knopf am Lenkrad.

Mit dem neuen Funktionsumfang in iOS 6 (ab Herbst) kann Siri jetzt Apps öffnen, mit der nativen Navigationssoftware (die Google Maps ersetzt und wohl von TomTom kommt) Ziele annehmen (“Bring mich zum nächsten Italiener”, “Bring mich zum Eifel Turm”, …) und navigieren. Außerdem kann Sie – normale, bekannte Features – Musik spielen, Anrufe tätigen und SMS annehmen (und wohl künftig auch vorlesen). Sie hat dazu gelernt.
Klickt man künftig auf den “Siri Knopf” im Auto, dann wird die via Blutooth verbundene Siri erwachen und assistieren – einem Antworten geben, Ziele anweisen und ähnliches.

Nun wird es sicherlich keine direkte “Siri Taste” in künftigen Fahrzeugen geben – eine gebrandete Taste kann ich mir nicht vorstellen, wenn man sich mit iPod-Anschlüssen bereits zaghaft tut. Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass man die bekannte Freisprech-Taste nutzen und entsprechend konfigurieren wird. Aber der Sprung von Apple ist bemerkenswert. Während nämlich Fords Sync (welches auf dem Microsofts ‘Windows Embedded Automotive’ basiert) mehr oder weniger im Auto verankert ist, wälzt man beim Wettbewerb die Entwicklung und Aktualisierung der Software einfach auf Apple ab und bietet die Ford Sync-Funktionen und mehr. Dieser Öffnung ist für Hersteller und Kunden aktuell nur positiv – sie erweitert den Funktionsumfang des eigenen Autos und kommt dem Kundenbedürfnis entgegen, ohne, dass die Autobauer selbst investieren oder sich softwareseitig kümmern zu müssen.

Erleben wir also künftig auch im Auto den Krieg Microsoft vs. Apple?
Was fährst Du – Siri oder Windows?
Ford wird noch eine Weile auf der Apple-Seite fehlen – der Deal mit Microsoft wird sicherlich keine Öffnung zulassen. Und auch nur wenig Interesse haben, sich soweit zu öffnen. Ähnlich wie Siri hat SYNC keinen Zugriff auf Fahrzeugfunktionen – ich kann mit ihm also keine Türen öffnen, keine Reisegeschwindigkeit an den Tempomaten geben o.ä. Ford will SYNC allerdings für Entwickler öffenen und seinen eigenen ‘Walled Garden’ bauen. Da dürfte Apples Bestreben nicht in den Plan passen. Kevin Fitchard beleuchtet das bei GigaOM etwas. Es wird spannend zu sehen sein, wo die Reise hin geht.

Einen Vorteil hat das Ford SYNC-System übrigens: Es braucht keine Online-Verbindung, um einen zu verstehen.
Bei 180 km/h Reisegeschwindigkeit durchaus ein Argument … ;)

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