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Lancia-Flavia_2012-Titel

Italoamerikanisches Dolce Vita – Der Lancia Flavia.

Der neue Lancia Flavia soll das unbekümmerte italienische Lebensgefühl der 60er Jahre transportieren. La Dolce Vita.
Hält Konzernmutter Fiat Käufer wirklich für blöd – oder sind sie es? Oder ist es am Ende vollkommen egal, dass das, was da als italienisch verkauft wird pures Amerika ist?

Saad Chehab gerät ins Schwärmen. Der Markenchef für Lancia im Fiat-Chrysler-Konzern beschwört bei der Präsentation des neuen Flavia das unbekümmerte italienische Lebensgefühl der 60er Jahre, spricht von paradiesischen Plätzen am Mittelmeer und vom Dolce Vita. (Quelle)

Der Flavia ist ein Cabrio. Vier Sitze. Groß, breit, viel Platz – für Passagiere und Sonne.
Mit 4,95 Metern eines der größten offenen Autos, die das Segment gerade bieten kann.
Und Lancia hat es.

Saad Chehab gerät ins Schwärmen. Der Markenchef für Lancia im Fiat-Chrysler-Konzern beschwört bei der Präsentation des neuen Flavia das unbekümmerte italienische Lebensgefühl der 60er Jahre, spricht von paradiesischen Plätzen am Mittelmeer und vom Dolce Vita.

Blöd nur, dass hinter dem italienischen Dolce Vita Name “Flavia” (ich weiß nicht, ob das jetzt mehr nach Pudding oder Formel 1-Playboy klingt) nichts anderes steckt, als der aus der neuen italoamerikanischen Familie über den See geholte Chrysler 200. Ein durch und durch amerikanisches Großraum-Cabrio.

Gut. Für Europa spendiert Lancia ihm immerhin eine angepasste Lenkung, Federung, größere Scheibenbremsen und eben den neuen italienischen Namen. Und nicht zu vergessen, den italienischen Flair. Haha.
Wie schon beim Fiat Freemont und Lancia Voyager adaptiert man in Italien einfach die Chrysler Modelle, klatscht andere Badges dran und verpasst ihnen irgendwie ein anderes Flair. Ich war nie ein Freund von Badge-Engineering, und natürlich ist es nichts neues. Aber Fiat geht hier so grenzdebil, unsensibel und plump vor, wie nur möglich. Den wunderbaren, designtechnisch brachialen Chrysler C300 hier etwas als Thema ins Programm der in meinen Augen eher sanft designten und eleganten Marke Lancia zu hieven, nur weil dort gerade ein Oberklassemodell fehlt ist wenig sensibel und hat in meinen Augen eher etwas von Panik als von sorgfältigem Umgang mit den Marken.

Ich bin ein Fan von Chrysler und Dodge. Und vielleicht schwingt in meiner Trauer um den Abschied der Marken in Europa deswegen auch ein wenig Wut mit. Aber selbst, wenn ich mich ein wenig vom Gefühl löse: Es ist und bleibt einfach plump.

Wie kann ich italienisches Flair und Dolce Vita beschwören, wenn jeder, der da vor mir steht, weiß, dass das ach so italienische Auto ein amerikanisches Reise-Cabrio ist? Sind wir Kunden am Ende echt so blöd? Schade. Um gleich mehrere Traditionsmarken – Chrysler, Dodge, Lancia und Fiat.

Übrigens: Als Limousine, die es auch gibt, schafft es der Chrysler 200 nicht über den großen Teich. Wieso das nun schon wieder, bleibt das Geheimnis von Fiat.

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