autokarma - Um Auto und das Reisen. Für Männer mit Kind und Familie.

Willkommen bei autokarma. Hier geht es um Autos, Elektromobilität und mehr. Dieser Beitrag hat Chevrolet zum Thema.

chevrolet

General Motors zieht Chevrolet aus Europa ab

Eine dicke Überraschung lässt General Motors heute verlauten: die Opel-Mutter zieht den stärksten und zudem noch internen Wettbewerber Chevrolet aus dem europäischen Markt ab.

Für diesen Artikel benötigst Du ca. 02:42 Minuten Lesezeit.

Das ist eine kleine Sensation: General Motors schickt seine “Weltmarke” Chevrolet zurück und verbannt sie aus Europa. Damit wolle man, so GM in einem Statement, Opel und deren britische Tochter Vauxhall stärken.

Opel hat sich in den letzten Monaten hervorragend aus der Krise gekämpft. Dass man nun Chevrolet los wird, dürfte ein weiterer Befreiungsschlag sein.
Die US-Marke hatte Opel mit einem Marktanteil von gerade einmal 1 Prozent bisher zwar nicht zu stark zugesetzt, buhlte jedoch um die gleiche Käuferschicht.
Zudem wurden die Markengemeinsamkeiten einfach zu deutlich sichtbar: Chevrolet Traxx und Opel Mokka? Die gleichen Autos, mit Preisvorteil bei Chevrolet. Auch beim Opel Ampera war dies so – den baugleichen Chevy Volt gabe es in Deutschland anfangs rund tausend Euro billiger.

Der Zeitplan zum Versenken der Marke Chevrolet ist reichlich ambitioniert: schon Ende 2015 soll sie weitgehend verschwunden sein.
Bis dahin bleibt für Kunden natürlich alles beim Alten, und selbst danach dürfte es keine Probleme mit Ersatzteilen oder Wartung geben – die Opel-Händler sollten den Service einfach übernehmen und aufrecht erhalten können.

Fans von US-Ikonen wie der Corvette oder dem Camaro müssen sich übrigens nicht grämen. Denn ganz verschwindet die Marke Chevrolete nicht: die Ikonen nämlich will GM auch weiterhin ganz offiziell in Europa verkaufen.
Damit dürften die Fahrzeuge künftig wohl einfach auch bei ausgewählten Opel Händlern stehen.

Rund eine Milliarde Euro lässt sich GM die Abwicklung der Marke in Zentraleuropa kosten. Und das dürfte nicht alles sein, denn schon die Einführung mit der Übernahme von Daewoo damals dürfte für ordentliche Kosten gesorgt haben. Das koreanische “Daewoo, Daehehehwo” war im Jahr 1995 in Deutschland gestartet, erfolglos geblieben und zehn Jahre später zu Chevrolet geworden.
Seit 2005 ist die US-Marke nun in Deutschland vertreten. Wie beim Vorgänger werden es dann 10 Jahre gewesen sein, wenn sie wieder verschwindet.

Welches Ausmaß die Streichung von Chevrolet hat, zeigt Thomas bei autogefuehl deutlich auf: “weniger oder deutlich weniger Autos pro Jahr als Chevrolet in Deutschland [verkaufen zum Beispiel]: Alfa Romeo, Honda, Jaguar, Jeep, Lancia, Lexus, Mitsubishi, Porsche. Und in etwa gleich viel lassen Smart, Suzuki und Volvo neu zu.
Opel kann es also nur Recht sein, wenn der Wettbewerber geht. Die Traditionsmarke dürfte es stärken. In den vergangenen Monaten hatte der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann immer wieder die große Nähe von Chevrolet zu Opel kritisiert. Jetzt scheint er die Kritik bei GM tatsächlich in Aktion umgewandelt bekommen zu haben. Die Opelaner werden es ihm danken.

Statt Chevrolet wird man in Deutschland übrigens bald einen anderen Markennamen aus den USA öfter hören: Cadillac.
Die Marke will GM als weltweite Premiumfahrzeuge positionieren. Damit macht man Opel wenig Wettbewerb, orientiert sich jedoch stark an Audi, BMW und Mercedes. Dazu hatte man zuletzt Ex-BMW Markenchef Uwe Ellinghaus in die USA geholt. Ab Januar 2014 wird er dort für die Markenführung verantwortlich sein, und hat bereits einmal selbstbewußt verkündete: “Ich sehe eine wirklich, wirklich realistische Chance, Cadillac als das zu etablieren, was es bisher nicht war – eine globale Premiummarke, die auf Augenhöhe zu den anderen agiert.” Deutschland will er – man höre auf den Zeitplan! – innerhalb von 10 Jahren erobern.