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Erster tödlicher Unfall mit selbstfahrendem Auto

Es ist der wohl erste Unfall, bei dem ein autonom agierendes Auto für den Tod seines Fahrers verantwortlich ist: Ein Tesla Model S übersah in grellen Lichtverhältnissen einen Sattelschlepper.

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Einen tragischen Eintrag in die Geschichtsbücher bekommt ein Tesla Model S aus Florida: Die Elektrolimousine ist das erste selbstfahrende Auto, dass seinen Fahrer das Leben kostete.

Wenn es um autonom agierende Fahrzeuge geht, tritt immer auch eine ethische Frage für ein bestimmtes Szenario auf: Rennt ein Kind vor ein Fahrzeug, soll es ausweichen und die alte Frau auf dem Bürgersteig überfahren, oder das Kind auf der Straße?
Es ist ein ethisches Problem, bei dem die Antwort abhängig vom Kulturkreis anders ausfallen kann – es aber faktisch kein „richtig“ oder „falsch“ gibt.

So weit ging es im ersten tödlichen Unfall mit dem automatisierte Fahrsystem des Tesla Model S nicht, trotzdem erhält die Limousine ihren Eintrag in die Geschichtsbücher. Denn der Autopilot übersah wohl einen Sattelschlepper und ist somit für den Tod seines Fahrers verantwortlich.
Der Unfall in Florida ereignete sich bereits am 7. Mai 2016. Nach Schilderungen Teslas im firmeneigenen Weblog haben aufgrund direkter Sonneneinstrahlung die Sensoren einen weißen Sattelschlepper im Gegenlicht übersehen. Dieser habe eine Kreuzung vor dem Model S überquert und sei vom Elektro-Boliden ungebremst gerammt worden.

In den Fall hat sich nun National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eingeschaltet, was zur Veröffentlichung seitens Tesla führte. Die US-Verkehrsaufsicht untersucht den Fall aktuell. Die Frage ist vor allem auch, weshalb das Radar-System den Lkw nicht gesehen hat, denn dieses hätte einspringen müssen, wenn die Kamera nichts mehr sieht. Auf Basis der Ergebnisse entscheidet die Behörde dann, ob bis zu 25.000 mit dem Autopilot ausgestattete Tesla Model S in die Werkstätten müssen.

Tesla hatte die Autopilot-Funktion im Oktober 2015 per Software-Update an Fahrzeuge ausgeliefert. Das Unternehmen bezeichnet die Software noch immer als Beta – also tatsächlich „in Probebetrieb“.

Auch, wenn viele beim Tesla von „autonomen“ Fahren reden, richtig ist eigentlich, dass der Autopilot nur teilautonom agiert. Ähnlich wie bei der neuen Mercedes E-Klasse ermöglicht Autopilot von Tesla es dem Fahrzeug selbständig zu lenken, Spuren zu wechseln (der Fahrer muss dazu den Blinker betätigen) und zu parken.
Der Fahrer muss dabei jedoch noch immer aufmerksam sein und eigentlich auch „Lebenszeichen“ geben. In den letzten Monaten nimmt jedoch die Zahl von Videos auf YouTube zu, die vom Autopilot gesteuerte Fahrzeuge zeigen, in denen die Fahrer gar keine Obacht mehr auf den Verkehr geben – weil sie lesen, Film schauen oder gar schlafen. Schuld daran ist nicht zuletzt sicherlich auch die Betonung von Tesla, dass der Autopilot eben durchaus allein fahren kann – wie im folgenden Video von Antenne Bayern zum Beispiel:

Tesla verweist darauf, dass bisher über 130 Millionen Meilen (208 Millionen Kilometer) an Daten von Kundenfahrzeugen gesammelt wurden. Bisher habe es dabei keine tödlichen Zwischenfälle gegeben. Damit sei man sicherer als die normale Statistik.
Zudem lerne die Software täglich dazu. So sinkt die Wahrscheinlichkeit von Unfällen mit Verletzungen stetig, schreibt Tesla.

Die Zahl der Teil- und Voll-Autonomen Fahrzeuge wird in den nächsten Jahren rasant wachsen. Die Automatisierung ist eines der Boom-Themen in der automobilen Welt. Und auch, wenn Tesla nun – als einer der ersten Anbieter eines recht eigenständigen Autopilot-Systems – den ersten toten Fahrer eines (teil-)autonomen Fahrzeugs verzeichnen muss: Die Firma wird nicht der letzte sein.
Trotzdem machen die autonomen Fahrzeuge vieles im Straßenverkehr sicherer – aktuell können Sie dabei auf den schlauen Kopf hinter dem Lenkrad jedoch noch nicht verzichten. Gesunder Menschenverstand und Obacht gehören nach wie vor zur Bedienung und Überwachung dazu. Insbesondere, wenn es zu Situationen kommt, die außergewöhnlich sind, bedürfen auch die schlausten Computer noch unsere Unterstützung: Wenn es eben durch Gegenlicht, Schnee oder verdeckten Sensoren zu Sichtausfällen kommt. Oder andere Autofahrer spontan dummer Sachen machen …