autokarma - Über Autos, Mobilität und den Rest – Das Autoblog von Thomas Gigold

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Der ewige Evolutionär.

Da ist er also.
Ersehnt und erwartet von Auto-Europa.
Vorgezogen im Erscheinen.
Der Golf – Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, … – Sieben!

Der Vater einer Klasse.
Der ewige Evolutionär.

Basierend auf der aktuellen MBQ-Plattform, auf der ebenso der neue Audi A3 vom Band läuft, soll der neue Wolfsburger der Bestseller bleiben – und wieder zur Stärke führen, welche die sechste Generation ein wenig vermissen ließ.

Ich erinnere mich an den Golf II. Er war eines der ersten West-Autos meiner Eltern.
Ein treues kleines Ding mit dem ich in den ersten richtigen Urlaub fuhr. Silbern, Knuffig. Gefiel mir als (elfjähriges) Kind.
Im Gegensatz zu dem, was danach kam.
Der Golf II war kantig, hatte Profil. Das mag ich noch heute an Autos.
Alles was danach kam wurde immer rundlicher.

Aber Golf. Das ist Evolution. Keine Revolution. Bis in die unendliche Ewigkeit.
Deswegen war – vom Design – keine große Überraschung zu erwarten.
Und Wolfsburg bleibt sich da der Linie treu.
Auch, wenn man mit dem Golf VII durchaus seinen Mut zur LINIE eben gefunden hat. Die setzt man nämlich etwas schärfer ein und verleiht dem Neuen damit endlich wieder ein wenig Etwas, das man als Profil bezeichnen kann.
Eine scharfe Linie in der Seite, zwei scharfe Linien auf der Motorhaube, eine am Heck.
Mensch, Golf – Du bist durchaus schick geworden.
Dazu die engen Augen, die schmalen Heckleuchten.

Man erkennt ihn als Volkswagen. Man erkennt ihn als Golf.
Aber endlich, endlich hat er auch wieder etwas Persönlichkeit.
Mit wenigen Linien kann man im automobilen Design eben doch einiges erreichen … VW-Designchef Klaus Bischoff und seinem Team ist da durchaus etwas gelungen. Sage ich als jemand, der das Golf- und VW-Design der aktuellen Modelle nicht wirklich spannend findet. An den wenigen Linien des Golf jedoch könnte ich mich durchaus noch etwas abarbeiten ;)

So treu sich der Golf im Design bei all der Evolution bleibt, so viel hat VW im Inneren und Technischen Bereich geändert. 100 Kilogramm weniger Gewicht, endlich eine Start-Stopp-Automatik serienmäßig (und damit endlich, hoffentlich auch ein deutliches Zeichen dafür, dass es Neuwagen künftig nicht mehr ohne gibt!) und viele andere neue Extras. Richtig innovatives ist kaum dabei – eher holt der Golf hier auf, setzt sich mit anderen Fahrzeugen wie den Ford Focus wieder gleich, oder holt Features aus der Premiumklasse, wie die Verkehrszeichenerkennung, ins Brot-und-Butter-Fach. Das alles natürlich ist Teil der ellenlangen Extra-Liste – die dürfte so ungefähr das Längste am Golf sein, der hingegen in seinen Ausmaßen nur minimal wächst. Auf der Extra-Liste stehen dann Sachen wie Notbremsfunktion, Einparkautomatik, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, … Way to go.

Motoren? Hier gibt es neue oder überarbeitete Werke. Zum Marktstart kommen zwei Turbo-Benziner mit 85 und 140 PS ebenso wie zwei Diesel-Aggregate mit 105 und 150 PS. Richtig spannend gegenüber der “Normkost” ist vor allem der nagelneue 1.4 TFSI mit aktiver Zylinderabschaltung sowie das neue Aggregat für den Golf GTI – dessen Leistung wächst auf 226 PS, die R-Version kommt wohl mit nochmals 50 PS mehr.
Der günstigste Benziner braucht lt. Papier 4,8 Liter, der kleinste Diesel will mit 3,3 Liter auskommen. Werte, die man heute für die Kompaktklasse durchaus erwarten kann, durchaus gut.

Da ist es also. Das neue “Brot-und-Butter”-Auto aus Wolfsburg.
Wie er sich anfühlt? Darf man in Paris zur Autoshow Ende September mal anfühlen – der Marktstart ist dann allerdings soweit auch nicht mehr weg: Bereits Anfang November startet der neuen Golf MK7 in Deutschland, die Produktion bei VW läuft bereits seit geraumer Zeit.
Der Neue kostet ab 16.975 Euro, „keinen Cent mehr als der Vorgänger“, wie VW heute bei der Präsentation unterstrich.

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