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BMW i3 live – erste Fahrt

BMW i3 – erste Testfahrt in Amsterdam

Auf der IAA feierte der BMW i3 seine Weltpremiere. Ab dem 16. November steht er bei den BMW i-Partnern. Davor nun hatten Blogger und Journalisten erstmals die Möglichkeit den rein elektrischen BMW unter die Lupe zu nehmen. Ein Überblick.

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Revolutionär.
Dieses Wort hört man in den letzten Wochen immer wieder, wenn die Sprache auf den BMW i3 kommt. Auch von mir. Denn in der Tat empfinde ich das, was BMW mit dem aussergewöhnlichen Elektrofahrzeug auf die Räder gestellt hat, als – eben, revolutionär.

Man hat versucht sich von Konventionen so weit zu trennen, dass man nicht nur die automobilen Besonderheiten, sondern auch die eignen beiseite wischte und mit einem tatsächlich weißen Blatt begann.
Der Traum eines jeden Designers, Konstrukteurs, Technikers. Und der Albtraum eines jeden Planers.

Sieben Jahre nach der ersten Idee für das “urbane Auto der Zukunft” steht nun der BMW i3 da. Auf einem Parkplatz in Amsterdam. Und wartet auf 100 Kilometer, die Journalisten und Blogger mit ihm in der verregnet herbstlichen Hauptstadt fahren sollen.

Amsterdam ist der perfekte Ort, um den BMW i3 zu testen. Die Stadt bietet hunderte Ladesäulen, ihre engen Gassen sowie die kreuz und quer fahrenden Fahrräder sind wie geschaffen für den BMW i3. Bei BMW hatte man offensichtlich eine Mischung aus New York, Tokyo und Amsterdam im Kopf, als man sich die Stadt der Zukunft ausmalte.

Immerhin satte 170 PS liefert der Elektromotor an die hinteren Räder aus. Über den gesamten Drehzahlbereich drücken 250 Newtonmeter den Elektrozwerg voran. Den Ampelstart sollte der BMW i3 gegen so manch sportlicheren Wettbewerber gewinnen.
Bei 150 km/h regelt sich der Antrieb ab. Doch selbst für den Weg, der vom Vorort in die Metropole führt, sollte das ausreichend sein. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass es in den meisten Ländern sowieso nicht schneller als 130 km/h gehen darf.

Auffallend beim BMW i3: die schmalen Räder. Die sollen den Rollwiderstand senken, dürften bei so manchem Interessenten aber für Fragen bezüglich der Stabilität sorgen.
Doch Sorgen sind unbegründet, wie Benny von Bimmertoday schreibt: “Schon nach wenigen Kurven gewinnt man […] immer mehr Vertrauen in den BMW i3 und realisiert, dass der tiefe Schwerpunkt, das niedrige Gesamtgewicht, die ausgeglichene Gewichtsverteilung und die von Antriebseinflüssen befreite Lenkung auch in diesem Auto hervorragende Zutaten sind.

Auch Jan von autogeil zeigt sich begeistert vom Handling des elektrischen BMW: “Wer in einer Metropole wohnt und das nötige Kleingeld hat, sollte sich den BMW i3 auf jeden Fall genauer ansehen, das Auto fährt sich klasse und das Konzept ist gut.”
Trotzdem ist der BMW i3 nicht fehlerfrei. Kritikpunkt für Jan ist vor allem die Handhabe der gegenläufig öffnenden Türen: so kann die hintere Tür nicht geöffnet werden, wenn nicht auch die Tür vorn geöffnet wird. Ein Umstand, der auch mir bei einer ersten Fahrt mit dem BMW i3 auffiel und unter den Mitfahrern und Besuchern der IAA bereits kontrovers diskutiert wurde.

Kontrovers ist sicherlich auch das Äußere des BMW i3. Ich finde die aussergewöhnliche Form inklusive Knick im Übergang der vorderen und hinteren Tür unheimlich spannend. Doch es gibt nicht nur Fans. Jens von rad-ab.com ist keiner. Das Design des Elektroautos passt für den überzeugten “Verbrennerfahrer” nicht zur guten Technik des BMW: “Rein optisch gesehen – also von außen – mag ich den BMW i3 immer noch nicht. Gut, er ist nicht so hässlich, dass ich bei geöffneten Fenster versucht wäre mein Altglas in dem Container zu entsorgen, aber so in die Richtung geht es schon.
Jans Kritikpunkt, dass sich die hinteren Scheiben nicht öffnen lassen, kann ich übrigens nicht ganz nachvollziehen: lassen sie sich beim VW up Fünftürer nämlich auch nicht. Nun ist das zwar keine Verteidigung, in Anbetracht eines durchklimatisierten Raumes innerhalb des Autos aber auch ein relativer Punkt.

Der BMW i3 ist – will man das Wort ‘revolutionär’ nicht inflationär einsetzen – ein spannendes Auto. Meine Begegnungen mit ihm und dem BMW ActiveE (der die Technologie des BMW i3 ja erprobte) hinterlassen ein positives Gefühl. Er ist agiler als der Nissan Leaf und mit seiner Form ein Statement. Man kann ob seines Aussehens gespaltener Meinung sein – zumindest verleitet es dazu, über dieses Auto zu reden. Und das ist meines Erachtens wichtig – lasst uns reden. Darüber, dass Elektromobilität in städtischen Umgebungen eine Zukunft haben. Und darüber, dass E-Autos bei weitem nicht so langweilig sind, wie ihr Image scheint.

Wie auch Jens bin ich überzeugt, dass wir eine große Anzahl von BMW i3 im kommunalen Einsatz sowie in Fuhrparks von Firmen sehen werden. Ebenso wie natürlich auch als Bestandteil von BMWs Carsharing-Angebot DrivNow. Ob und wie sich das – Entschuldigung: – revolutionäre Auto in Städten durchsetzen wird, werden wir frühstens in zwei Jahren sehen. BMW wird mit ihm etwas Ausdauer haben müssen, doch für Singles, Paare und kleine Familien (mit max. einem Kind) kann der BMW i3 ein durchaus ein attraktives Auto werden, dass man ob einer realistischen Reichweite von 120 Kilometern sicherlich auch ganz angstfrei bewegen werden können. Die Zukunft wird spannend …

Mein Dank gilt Jan von ‘Auto .. geil’ für die Live-Bilder des BMW i3
Bilder vom Innenraum des BMW i3 findet ihr im Blog.

  • Holger P

    Die Elektro Fahrzeugentwicklung sollte in der heutigen Zeit in der Lage sein ein finanzierbares Fahrzeug mit einer effektiven Reichweite über 250 km zu entwickeln. Alle Hersteller verfügen über das Know How und die Technik dafür. Warum werden Fahrzeuge gebaut die jenseits von 25.000 Euro liegen und gerade mal 120 km Gesamtreichweite schaffen? Ansonsten finde ich den BMW I3 sehr gelungen und zeitgemäß.