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BMW 2er Active Tourer – der erste Familienvan aus München

Da ist er endlich: mit dem neuen BMW 2er Active Tourer schicken die Bayern einen Wettbewerber zu Mercedes B-Klasse und VW Golf Sportsvan in den Ring. Der erste kompakte Familienvan von BMW soll ein kleiner Alleskönner sein …

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Ein untypischer BMW für neue Zielgruppen

Ein Auto für Menschen mit Plan – das ist der neue BMW 2er Active Tourer. Was sich Ingenieure und Designer bei BMW für den ersten kompakten Van des Autobauers ausgedacht haben, soll für möglichst viele Menschen passen. Familien, Outdoor-Liebhaber ebenso wie lebensfrohe Ältere. All jene also, die ein flexibles Auto mit ausreichend Platz für einen „aktiven Alltag“ haben möchten – und dazu den Lifestyle von BMW genießen wollen.

Das ist ein durchaus breit gefasstes Publikum. Dabei ist der Active Tourer nicht unbedingt ein Fahrzeug, welches vorrangig unter hartgesottenen BMW Fans und -Fahrern auf Kundenjagd gehen wird. Die wenden sich ob des Aussehens, der fehlenden (und auch nicht zu erwartenden) Sechszylinder im Motorenangebot und vor allem auch aufgrund des Frontantriebs schon jetzt vom Neuen ab. Von einem Tabubruch reden viele Fans angesichts des neuen Modells – schließlich ist es nach 86 Jahren der erste Fronttriebler von BMW.

Für den Autobauer selbst ist der BMW 2er Active Touring mit seinem Frontantrieb durchaus ein Gewinn. Zum einen nutzt man kostengünstig die Plattform des neuen MINI F56, zum anderen gewinnt der Kunde zusätzlichen Raum im Fahrzeug – die fehlende Kraftübertragung von vorn nach hinten macht es möglich. Dass die Bayern durchaus flotte Autos mit vorn angetriebenen Rädern bauen können, haben sie in den vergangenen Jahren mit MINI durchaus bewiesen. Jetzt gilt es, das Prinzip auch auf die kompakten Modelle der Muttermarke zu übertragen.

Optisch ist der BMW sicherlich keine all zu große Innovation. So ergeben sich, bedingt allein bereits durch das Konzept, bei Minivans nicht so viele Design-Möglichkeiten beim Äußeren. Die Kastenform lässt nur begrenzt Raum für Spielereien. Trotzdem verzichtet der BMW Active Tourer nicht auf die typischen BMW Designelemente: kurze Überhänge, Hofmeisterknick, Doppelniere – alles da.

Im Innenraum muss man sich als BMW Fahrer hingegen durchaus ein wenig neu orientieren. Das Cockpit wartet mit einigen neuen Anordnungen und mehr „Luftigkeit“ als die bisher bekannte BMW Schaltzentralen auf. So sitzt der Fahrerlebnisschalter zum Beispiel nicht neben dem Schalthebel sondern mittig in der Konsole unter der Klimaregelung. Andererseits verzichtet BMW dankenswerter Weise auf eine mechanische Handbremse. Die wirkt schon im BMW 4er und 2er Coupé so antiquiert, dass einem beim Blick ins Cockpit der BMW Coupés fast schon die Schamesröte ins Gesicht steigt. Zudem bietet BMW im Neuen zwar ein Head Up Display an, in den Genuss der sensationellen Projektionstechnik aus höherklassigen BMW kommt man jedoch nicht: dank zentraler Plattform ist es das MINI Head Up mit Klapp-Glas, das ist günstiger und benötigt vor allem auch weniger Komponenten und damit weniger Platz beim Einbau. Schlechter macht es den Komfort und Mehrwert des digitalen Helfers dadurch natürlich nicht …

Komfort und Praktikabilität zählen

Immerhin 4,32 Meter lang, 1,80 Meter breit und stolze 1,55 Meter hoch ist der BMW 2er Active Tourer. Das macht ihn vielleicht nicht zur elegantesten Erscheinung im BMW Portfolio, aber zum wirklichen Transportmeister. Mit 468 bis 1510 Litern Kofferraumvolumen schluckt er deutlich mehr als zum Beispiel ein VW Golf. Und selbst den Vergleich zum ungleich höher eingestufte BMW 5er Touring muss er nicht scheuen: der schultert 560 bis 1670 Liter, und ist drei Klassen weiter oben angesiedelt – auch im Preis.

Mehrwert steht für den BMW Van ganz weit oben auf der Leistungsliste. So lässt sich beispielsweise die Rückbank verschieben und in der Aufteilung 40:20:40 umklappen. Der Boden des Kofferraums ist eben, die Einladekante möglichst tief gehalten.
Ein Manko nur fällt auf: so wie sich die Rücksitze im Active Tourer umklappen lassen, sind sie auch konstruiert: zwar ist der BMW 2er Van als Fünfsitzer zugelassen, die Sitze hinten jedoch sind eher für nur zwei Personen ausgelegt. Wer als größere Familie auf den Tourer schielt sollte noch etwas warten: der siebensitzige BMW Gran Tourer soll auch bald kommen …

An bequemer Sonderausstattung mangelt es dem BMW nicht. Neben variablen Beifahrersitze gibt es eine gestengesteuerte Heckklappe, die sich berührungsfrei öffnen lässt. Für den Fahrer gibt es die optionalen BMW Fahr-Assistenz-Systeme wie Tempomat, Spurverlassenswarner, Auffahrwarner, Fernlicht-Assistent, …

Erster BMW mit Dreizylindern

Der BMW unter den frontgetriebenen Fahrzeugen„, schreibt BMW in seiner Pressemitteilung zum Neuen. Und betont damit den Traditionsbruch. Denn bisher war noch jeder BMW mit Hinterradantrieb ausgestattet. Dass der Active Tourer nun ein „Frontkratzer“ ist, hat vor allem mit drei Dingen zu tun: die Entwicklung ist günstiger, das Auto leichter und der Innenraum größer. Kurz: die Entwicklung ist notwendig und konsequent.
Wer dem Frontantrieb allein nicht traut, für den bietet BMW kurz nach Marktstart ab Spätherbst dann schließlich auch den hauseigenen Allradantrieb xDrive an.

Die Plattform teilt sich der Active Tourer mit dem neuen MINI F56. Dazu gehören auch Motoren: ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit 136 PS (der gleiche wie im Cooper). Nur im BMW 225i Active Tourer werkelt ein 2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 231 PS. Für MINI Fans spannend: das Aggregat könnte vorweg nehmen, was im kommenden Mini Cooper S JCW stecken wird. Im Diesel-Model des BMW 218d steckt ein 2-Liter-Aggregat mit 150 PS – dessen 4,1 Litern Normverbrauch dürfte den 218d Active Tourer zu einem weit verbreiteten Langstreckenbomber machen.
Die drei Aggregate sind das Startangebot – mehr gibt es dann erst nach dem Marktstart: 220i, 220d und 216d wohl. Der flotteste BMW 225i liefert immerhin 350 Newtonmeter (bei 231 PS) und buckelt den Mini-Van in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – der wiegt übrigens 1.430 Kilogramm leer. Bei 235 km/h ist Schluss, die dürfen mit sechs manuellen Gängen (serienmäßig) oder in acht Automatik-Gängen ausgefahren werden.

Für sensible Fahrer sind DSC (Dynamische Stabilitätskontrolle), DTC (Traktionskontrolle) und EDLC (elektronische Differentialsperre) im Serienumfang – und zudem eine ‚Performance Control‘. Die soll das marken-unbekannte Untersteuern zu unterbinden. Dabei greift sie beim Erreichen des Grenzbereichs aktiv ins Einlenkverhalten des Fahrzeugs ein.

Marktstart im Herbst 2014

Weltpremiere feiert der Familien-Van von BMW Anfang März 2014 in Genf, deutsche Autofahrer haben erstmals Anfang Juni auf der AMI Leipzig die Möglichkeit den Neuen live zu begutachten. Marktstart für den BMW 2er Active Tourer wird im Herbst 2014 sein, wohl gegen Ende des Q3.

Ab Markstart gibt es dann übrigens auch ein BMW M Paket für den neuen Fronttriebler: optisch hebt er sich dann durch veränderte Front- und Heckschürzen, Seitenschweller, 18 Zoll-Felgen sowie die typischen BMW M-Designelement im Innenraum. Zudem darf der Fahrer dank des 10 Millimeter tieferen Sportfahrwerks etwas niedriger sitzen. Auch die Lackierung in Estoril Blau metallic sollte dann möglich sein. Neben dem M Paket steht – ab sofort – auch die beiden Ausstattungspakete Sport Line und Luxury Line zur Verfügung.

Zum Thema Preis äußert sich BMW bis dato noch nicht. Der Showroom zum 2er Van kündigt jedoch an: „Die Abbildungen und Produktbeschreibungen erfolgen vorbehaltlich etwaiger Änderungen des Modells ab Mai 2014“ – offenkundig will man sich für den Anlauf des Modells an den Bändern in Leipzig noch einige Optionen offen halten. Im Mai dürften dann jedoch auch Preise kommen. Und die werden spannend: die Mercedes B Klasse startet bei 26.834,50 Euro, der Golf Sportsvan bereits bei 19.635,00 Euro – ob sich BMW irgendwo dazwischen ansiedelt, mit 25.000 Euro für den Einstiegs-Dreizylinder?