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20 Jahre – Vom Mercedes EXT-92 zum Renault Connect.

Ich mag LKW – bin in eine Familie von Fuhrunternehmern geboren und entsprechend “vorbelastet”. Und so war ein LKW das erste Concept Car, von dem ich las. 20 Jahre später ist es wieder ein LKW Concept, das ich schick finde …

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Ich mag ja LKW.
Das hängt sicherlich damit zusammen, dass ich als Sohn in einer Familie geboren wurde, die – bis zur frevelhaften Beendigung der Tradition durch mich – seit Generationen ein Fuhrunternehmen betrieb. Ich habe irgendwann mal im Stadtarchiv meiner Heimatstadt geforscht und bin bis 1800 zurück gegangen – und habe dort bereits Dokumente gefunden, die belegen, dass meine Ur-Ahnen damals ein Fuhrgeschäft besassen. Damals zwangsweise mit Pferden (oder Ochsen, und was man sonst so fand). Mein Vater führte das Unternehmen erfolgreich in die Neuzeit.

Ich bin also mit LKW groß geworden. Und bin entsprechend geprägt.

Ich mag LKW.
Nur nicht fahren. Habe ich im Unternehmen meiner Eltern zeitweilig auch getan. Man ist ja Sohn.
Und es gibt kaum etwas langweiligeres.

Ich habe im Straßenverkehr Verständnis für die dicken Brummer und versuche mit ihnen möglichst so umzugehen, dass ich ihnen kein Streß bereite. Und ich habe durchaus auch Verständnis, wenn die Zeitung lesen während der Fahrt – Tempomat, Abstandsregler, Langweile – da kommt viel zusammen.

Aber das wollte ich überhaupt nicht erzählen.

Auf was ich hinaus wollte: Ich finde ich LKW als Objekt unheimlich spannend.
Als Designobjekt.

Es war auch irgendwie ein LKW über den ich das erste mal vom Konzept “Concept Car” gehört habe. Gelesen besser gesagt.
Das war 1992, in der Verkehrsrundschau.

Den Artikel zum Mercedes-Benz EXT-92 behielt ich sogar einige Jahr.

Gegen den dieses Jahr 20 Jahre alten Mercedes wirkte das MAN Concept S, welches die Münchner vor zwei Jahren in Hannover präsentierten, fast schon altbacken ;)

Jetzt hat Renault sich in diesen Reigen der Concept Autos eingereiht. Einen Reigen, der bei Nutzfahrzeugen äußert klein ist. Im Gegensatz zur PKW-Branche werden hier nicht auf jeder Messe Concept Cars gezeigt.

Doch die Zeiten ändern sich. Nicht nur die PKW-Sparten der Hersteller arbeiten an der Mobilität der Zukunft. Und so präsentiert Renault Trucks eine seiner Ideen – für einen elektrisch betriebenen Stadt-LKW der Zukunft. Er soll Lösungsansätze für den innerstädtischen Warentransport in 20 oder 30 Jahren zeigen. Noch ist die Konzeptstudie Connect im Modellmaßstab 1:25 realisiert – mit der IAA Nutzfahrzeuge 2012 vor der Tür jedoch … wer weiß, was die Franzosen bis September zaubern. Schließlich treiben sie die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugpalette im PKW-Bereich konsequent voran.

Beim Connect werden die Elektromotoren in den Vorderrädern verbaut (Radnabenmotoren) und die Batterien im Fahrzeugrahmen integriert. Somit erreicht Renault, dass der Boden des Connect sehr niedrig liegt. Dies ermöglicht eine Ladekante auf Bordsteinhöhe, wodurch das Be- und Entladen deutlich vereinfacht wird. Um dem Fahrer seine Arbeit noch weiter zu erleichtern, ist sein Sitz mittig platziert. Der Fahrer kann sowohl links als auch rechts ein- und aussteigen und genießt ein breites Sichtfeld im innerstädtischen Verkehr.

Natürlich steht dem Concept die zentrale Frage der Nutzbarkeit und Kosten gegenüber. Der LKW ist ein Arbeitsgerät und wird über eine ‘simple’ Kosten-/Nutzen-Rechnungen auf die kalkulierte Lebenszeit im Unternehmen angeschafft. Ist er zu teuer, weil er für Hybrid- oder Elektroantrieb kostenintensive Batterien benötigt, wird er nicht angeschafft. Muss er nach der Hälfe der täglichen Tour an die Steckdose – wird er nicht angeschafft. Da schaffen es schon Buse und LKW mit Gas-Antrieb nicht in die Unternehmen, weil sie trotz Serienreife und minimalstem Kostenunterschied trotzdem ein Faktor sind, der den Preis ‘negativ’ beeinflusst.
Das hat dann auch wenig mit “Gewinnmachen” zu tun – Spediteure stehen heute in einem harten Wettbewerb und gleichzeitig werden sie durch steigende Energiekosten belastet.
Auch aus diesem Grund setzen die Nutzfahrzeughersteller auf die weitere Optimierung von Diesel-Maschinen. Alles andere macht im Moment zumindest wenig Sinn. Hybrid-LKW wie der MAN TGL 12.220 Hybrid sind für Fuhrunternehmen und Hersteller im Moment nicht viel mehr als Prestigeprojekte – denn eigentlich sind sie viel zu teuer …

Aber zurück zum Renault: Trotzdem schick ;)