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Einsatzwagen Polizei - Rettungsgassen retten Leben

Verkehrssicherheit: Rettungsgassen retten Leben

Gerade in der Sommerzeit entsteht schnell mal ein Stau, bei dem alles zum Stillstand kommt. Und in dem sollte man als Autofahrer Platz machen – die Bildung einer Rettungsgasse kann Leben retten.

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Kennen Sie Paragraph 11, Absatz 2 der StVO?
Bestimmt nicht. Aber Sie kennen dessen Inhalt, garantiert. Die Frage ist also eher: Halten Sie sich dran?

Der oben angesprochene Paragraph der deutschen Straßenverkehrsverordnung lautet:
Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden.

Was dieser Paragraph ausdrückt, ist nicht weniger als die uns bekannte Rettungsgasse.
Kennt jeder. Hält sich nur keiner dran. Zumindest nicht in der Form, in der Sie die StVO in diesem Absatz strikt verlangt. Denn dort steht: “müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt eine freie Gasse bilden”.
Nun stand ich bisher in keinem Stau, in dem das passiert ist. Sie?

Rettungsgasse ist Pflicht

Dabei ist man in Deutschland verpflichtet eine Rettungsgasse zu belassen. Die StVO sieht keine Eventualität vor. Es heißt nicht “wenn ein Einsatzwagen kommt” … Der Alltag zeigt jedoch leider, dass viele Autofahrer bei Staus auf Autobahnen an diese Pflicht nicht denken.

In Österreich ist die Rettungsgasse seit Januar 2012 gesetzlich verankert. Nun klappt das im Nachbarland vielleicht auch noch nicht ideal. Wer dort aber nicht Platz lässt (nicht macht!, lässt!), kann mit einem Bußgeld von bis zu 2.200 Euro belegt werden.
Hindert man hierzulande Rettungskräfte, sind es 20 Euro. Und die werden oft nicht verhängt, weil Polizei und Co. im konkreten Fall ja einen Grund haben, weshalb sie mit Blaulicht durch den Stau wollen.

Nun kenne ich als Autofahrer natürlich selbst die Gründe, weshalb so mancher Fahrer eher noch gen Mitte zieht, denn an die Seite. Klar, es gibt im Stau immer wieder Idioten. Das fängt bei Motorrad-Fahrern an, die sich nach vorn drängeln. Und es hört bei Autofahrern auf, die meinen, es wäre vollkommen in Ordnung im Windschatten eines Rettungswagens den Stau zu durchqueren.

Rettungsgasse bringt Zeitvorteil

Eine Rettungsgasse rettet Leben. Im Zweifelsfall das nächste mal vielleicht gar das eigene. Deswegen lieber denken, und Platz lassen. Rettungskräfte sind dadurch rund vier Minuten früher am Einsatzort. Abschleppwagen und Bergungsfahrzeuge mit gelben Rundumleuchten dürfen die Rettungsgasse ebenso nutzen. Auch für sie gilt der Zeitvorteil, von dem am Ende jeder Im-Stau-Steher zeitlich profitiert.

Wie die Rettungsgasse funktioniert, ist eigentlich ja kein Geheimnis. Wer sein Wissen auffrischen will, aber Probleme mit der obigen Beschreibung hat, sollte sich das folgende Video aus Österreich ansehen. Keine Angst, die fahren auf der gleichen Seite, wie wir … ;)

Wer übrigens meint, die Einsatzkräfte könnten genau so gut auf dem Standstreifen fahren: Einen Standstreifen gibt es nicht auf jedem Autobahnabschnitt. Zudem ist dieser für liegengebliebene Fahrzeuge gedacht – diese stellen ein Hindernis dar.

Die freie Linie sollte bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden. Denn als Autofahrer weiß man nicht, wann der Verkehr komplett zum Erliegen kommt, was ein vor oder zurück im engen Beieinander der Fahrzeuge im Notfall nicht so einfach ermöglicht.

Also, machen Sie Platz. Schieben Sie im Stau ihr Ego zur Seite, und seien Sie schlauer, als die wenigen Idioten, die es auf den Straßen gibt. Fahren Sie zur Seite und lassen Sie die Rettungsgasse entstehen. Sie dient uns allen.

Autoblogger für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Die deutschen Autoblogger haben den 02. August zum Aktionstag für die Rettungsgasse ausgerufen. In folgenden Weblogs wird das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Besondere Links:
Tom Schwede berichtet aus der Perspektive desjenigen, der eine Rettungsgasse benötigt. Als Einsatzfahrter der Freiwilligen Feuerwehr hat er schon mehr als einmal die Nichtbefolgung der Rettungsgasse als Verkehrshindernis erlebt.

Peter Pölzlbauer wohnt in Österreich – dem Land, in dem im letzten Jahr die Rettungsgasse medial ein sehr wichtiges Thema war. Er berichtet über seine Erfahrungen im kleinen Alpenland.

Alle Teilnehmer:
Jens Stratmann, Jan Gleitsmann, Mario Lehmann, Oliver Walther, Thomas Majchrzak, Can Struck, Matthias Lehming, Markus Jordan, Mikhail Bievetskiy, Kai Bösel, Matthias Luft, Sebastian Bauer, Thomas Endriß

Foto: Wiesbaden112.de, Sebastian Stenzel, CC BY-NC-ND 2.0 Lizenz

  • Christian

    Leider ist die Regelung in Deutschland unterschiedlich zur österreichischen, da in Deutschland die Rettungsgasse bei 4 Fahrspuren in der Mitte, also zwischen 2. und 3. Spur gebildet werden muss. Tschechien hat wieder eine andere Variante…

    • ThomasGigold

      Hallo Christian,
      Danke für die Info. Bzgl. 2 und 3 Spuren sind die Regelungen allerdings deckungsgleich. Und mal ehrlich: Wo gibt es bitte 4-spurige Autobahnen?! ;)

      • Sascha

        4-Spurige Autobahnen gibt es rund um Köln ganz viele.

        • ThomasGigold

          … und noch ein paar um Hamburg. Das war es dann aber ;)

  • Armin

    Für die Rettungsgasse kann nie genug geworben werden:

    http://unfallbrennpunkt.de/index2.htm