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Daihatsu Tanto - Kei-Car aus Japan - Toyota übernimmt Daihatsu

Toyota verleibt sich Daihatsu ein – eigene Kleinstwagenmarke für den Giganten

Für einige Überraschung sorgte am Freitag Toyota mit der Übernahme des Herstellers Daihatsu. Damit gönnt sich der weltgrößte Autobauer eine eigene Marke für Kleinstwagen – eine gut platzierte Wette auf die Zukunft.

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Es war ein kleiner Paukenschlag, den die japanische Autoindustrie da am Freitag durch die Branchenblätter zittern lies. Denn kurz und knapp erklärte Primus Toyota, man habe einen Wettbewerber geschluckt. Und – zumindest für den japanischen Markt – keinen Kleinen. Daihatsu nämlich.

Zwar hielt Toyota schon seit geraumer Zeit bereits eine knappe Mehrheit an Daihatsu, am Freitag Abend jedoch hatte sich der größte Autobauer der Welt den Kleinwagenhersteller vollständig einverleibt.
Und das war für alle durchaus eine Überraschung – Journalisten wie Wirtschaftsexperten.

Auch, wenn wir in der westlichen Welt derzeit den Boom größerer SUV und Crossover-Modelle erleben, im asiatischen Raum dominieren Klein(st)fahrzeuge die Straße. Und Toyota zeigt sich mit der Übernahme von Daihatsu überzeugt, dass dieser seit Jahren anhaltende Trend bald auch weltweit Auswirkungen haben wird. Insbesondere in den enger besiedelten Metropolregionen wird dies wohl unausweichlich. Mit der Übernahme geht Toyota damit wohl eher kein Risiko ein.
Die Japaner schnappen sich damit eine eigene – bereits etablierte – Kleinwagen-Marke; wie das Kooperationspartner BMW vor einigen Jahren bereits mit MINI tat.

Toyota-Chef Akio Toyoda sieht den Kleinstwagen als Wachstumschance: “Kleine Autos werden immer wichtiger auf der Welt“, betont er anlässlich der Übernahme in einer eiligst anberaumten Pressekonferenz am Freitag.

Mit immerhin 51,2 Prozent der Anteile gibt Toyota bereits seit 1998 den Ton bei Daihatsu an. Durch die vollständige Übernahme kann man nun jedoch ohne weitere Probleme Technologien und Kompetenzen austauschen. Darauf hofft wohl auch Toyoda: “Was bei uns Monate dauert, macht Daihatsu in Wochen.” Und als müsste er es beweisen, erzählt Daihatsu-Chef Masanori Mitsui nur wenige Minuten später: “Die Architektur [auf der künftig Toyota und Daihatsu gemeinsam Kleinwagen bauen] von Daihatsu heisst DNGA. Das habe ich gerade erfunden, und das bleibt jetzt so!” Zack, Ende der Diskussion.

Toyota will zusammen mit Daihatsu weiter in die Wachstumsmärkte der Schwellenländer vordringen – Staaten wie China, Indien und Brasilien. Aber auch Staaten “wo man die Marke kennt“. Also auch zurück nach Europa?
Hier hatte sich die Marke trotz Boom in den 90er Jahren, hoher Kundenzufriedenheit und besten Plätzen bei der Zuverlässigkeit in der TÜV-Mängelstatistik im Jahr 2013 für den Rückzug aus Deutschland und anderen EU-Staaten entschlossen. Seit dem kümmert sich die Emil-Frey-Gruppe um die Marke hierzulande – sorgt für Service und passende Ersatzteile. Die Gruppe kennt sich aus – denn sie steckt auch hinter dem Deutschland-Geschäft von Subaru und Mitsubishi.

Anders als in Deutschland ist Daihatsu in der Heimat Japan eine große Nummer mit seinen kleinen Autos. Dort beherrscht der Autobauer den Markt der sogenannten Kei-Cars mit 30 % Marktanteil. Größter Verfolger: Suzuki, ebenfalls mit rund einem Drittel Anteil. Den Rest teilen sich sechs weitere Anbieter. Die Kleinstautos sind in Japan ein riesiger Markt – und sollen es nun auch im Rest der Welt werden?!

Dem entgegen stellten sich in den letzten Tagen vor allem die US-amerikanischen Autobauer. So kündigte Ford seinen Rückzug aus den von Kleinwagen dominierten Märkten Indonesien und Japan an. Und auch Fiat korrigiert zumindest mit seiner US-Marke Jeep den Kurs und konzentriert sich auf große Autos.

Es wird auf jeden Fall spannend, wie Toyota seine neue Kleinmarke Daihatsu positionieren wird, und ob wir ein Wiedersehen mit Cuore und Copen feiern …