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Irritation: Die plötzliche Begeisterung von Ford Deutschland für den Mustang.

Es ist schon ein wenig traurig. Da stellt Ford im aktuellen TV Spot ein leidenschaftliches Auto in den Mittelpunkt seiner neuen Kampagne, dass es in Deutschland überhaupt nicht gibt – den Ford Mustang.

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Es ist schon ein wenig traurig.

Da ist Champions League Finale. Und Ford schickt einen durchaus sehr bekannten Blogger mit dem Auto nach München.

Da ist Champions League Finale. Und Ford lässt Sat 1 einen Werbespot zeigen, der vor einiger Zeit in den USA gezeigt wurde.

Ford lässt den Blogger nicht mit einem B-Max oder sowas anreisen. Er kommt mit dem Ford Mustang 302 Boss zum Finale. Und da ist fast nebensächlich, ob es ein – wie ich vermute – von Ford gestellter Mustang ist, oder ein Miet- oder Eigen-Auto; es geht um das Signal. Denn das ist nicht alles. Der Spot, den man dann auch noch zeigte, stellt nämlich ebenso den Mustang in den Vordergrund – adaptiert den Spot aus den USA für die aktuell in Deutschland laufende Kampagne.

Versteht mich nicht falsch. Ich mag den Mustang. Wirklich.
Aber was bitte soll der Scherz, den Mustang hier massiv in die Aufmerksamkeit zu drücken, wo man das Auto bei keinem europäischen Ford-Vertragshändler bestellen kann?

Auf seiner deutschen Facebook-Seite argumentiert Ford: “Ford hat eine umfangreiches globales Produktprogramm und wir wollten die besondere Gelegenheit zum Champions League Finale nutzen, dieses einem weltweiten Publikum zu zeigen. Wir sind sehr stolz auf all diese Produkte und daran interessiert, wie Kunden in Deutschland und Europa über diese Modelle denken.”

Man hatte bisher genug Zeit, um zu sehen, wie das Publikum auf den Mustang reagiert. Man hatte auch genug Zeit, mal auf Chevrolet zu schielen, die den Camaro seit einigen Monaten in Deutschland anbieten. Das ist kein Verkaufsschlager – wäre der Mustang auch nicht, aber es ist ein Imageträger. Klar, das hat Ford erkannt. Nur sollte der Imageträger dann eben auch in Deutschland verfügbar sein, wenn ich ihn hier einsetze.
Der aktuelle Mustang bleibt noch zwei Jahre im Programm – dann wird er wohl abgelöst durch einen One World-Mustang, denn es mit etwas Glück dann auch in Deutschland gibt. Das zumindest erscheint konsequent und innerhalb der Strategie – wenn man am Ende nicht doch Angst hat, weil der sehr amerikanische Mustang-Motor den CO2-Flottenschnitt von Ford Europa zu sehr in die Knie zwingt.
Der neue Mustang wird dann sicherlich mehr ein Coupé im Sinn des neuen Mondeos. Aber dafür muss man den guten aktuellen Mustang doch nicht in die Kommunikation drücken, um “zu sehen, wie das Publikum reagiert”?
Denn jetzt ein auslaufendes Modell in Deutschland zu bewerben, dass seinen Weg offiziell unter Garantie nicht mehr hier her schafft, weißt schon ein wenig was von Unsensibilität auf. Oder reagiere ich nur so, weil ich das kleine Pony so mag?

UPDATE, Juni 2012: Der nächste Mustang kommt als “One Ford”, mit einem Vierzylinder als Einstiegs-Motor.

  • Seb

    Das seh ich auch so. Noch in der Kneipe habe ich gegoogelt, ob der Mustang wirklich nach Europa kommt. Entäuscht war ich, als ich das Gegenteil las. :(
    Er bleibt ein Traum.

  • Mustang-Fan

    Ich könnte mir schon gut vorstellen, das der Mustang in Deutschland relativ gut verkauft werden würde, könnte man ihn beim Ford-Händler offiziell bestellen.

    Der Preise sollte auch passen. Wenn ich sehe, dass das kleinste Modell umgerechnet ca. 16.000 € (je nach Wechselkurs eben) kostet, und es irgendwelche Importeure für 25.000 – 30.000 € (laut einschlägiger Auto-Verkaufs-Webseiten) verkaufen, könnte ich nur reihern. Sicher ist ein gewisser Aufwand da, aber rechtfertigt dieser den Aufpreis von 10.000 €?

    Mit einem fairen Preis verkauft der sich sicher. Wenn ich das Geld hätte, würde bei mir schon lang einer in der Garage stehen. :)

    Über die Werbung habe ich mich so sehr gefreut, dass mir die Schnitte aus dem Mund gefallen ist *g*

    Ich denke, die Werbung hatte wirklich nur den Zweck, mal zu schauen, wie das Publikum reagiert. Die Einschaltquote des Spieles war ja extrem hoch, der Mustang dürfte jetzt eigentlich gefühlten 80% der Deutschen bekannt sein.

    Bin gespannt, wie es sich entwickelt. Fände es schön, vor “meinem” Fordhändler mal Mustang stehen zu sehen :)

    Aber wahrscheinlich heulen dann wieder die Gutmenschen herum von wegen Benzinverbrauch und Umwelt…

    • http://benzinimblut.com/ Stefan

      Hatte nicht auf reply gedrückt. Siehe unten :-)

  • Mustang-Fan

    Ach so, noch eine Ergänzung:

    Was mir noch extrem zu denken gibt ist die Tatsache, wie häufig man den Mustang mittlerweile in Deutschland sieht. In letzter Zeit habe ich aller 1-2 Wochen einen (immer verschiedene) gesehen, vor 2-3 Jahren undenkbar…

  • http://benzinimblut.com/ Stefan

    Hallo “Mustang Fan”, du fragst wieso man 10.000 Euro auf den Mustang aufschlägt. Ich habe schon ein paar Autos importiert. Wenn ich mal kurz darf:

    Transport zum Hafen: 100 Euro
    Fracht auf dem Schiff (RoRo): 700 Euro
    Entladen in Deutschland: 300 Euro
    Zoll (10%): 1.600 Euro
    ESt (Einfuhrumsatzsteuer, 19%): 3000 Euro
    Umrüstung, TÜV, Eintragungen: 2-3000 Euro
    Ausnahmegenehmigungen: 200 Euro

    Das sind mal gut bummelig 9.000 Euro – wenn du ein Profi bist und vieles selber machst, schaffst du es auch für 6.500 Euro. Macht dann 3.500 Euro (BRUTTO!) Gewinn für den Händler, der dir auf das Fahrzeug Gewährleistung gibt. Kannst du mir jetzt noch mal genau erklären, wer da jetzt mordsmässig dran verdient? :-)