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Ford Forschungszentrum: Mit Herz bei der Sache.

Ein Blick hinter die Kulissen des Ford Forschungszentrums in Aachen. Teil 1 einer Serie. Aachen. Ich muss zugeben, die Stadt ist für mich ein weißer Fleck – irgendwo an der Grenze, irgendwo hinter Köln. Bis heute. Denn mein Navigationssystem nimmt heute Morgen erstmals eine Adresse von dort ein: “Süsterfeldstr. 200, Aachen”. Es geht zu Ford. […]

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Ein Blick hinter die Kulissen des Ford Forschungszentrums in Aachen. Teil 1 einer Serie.

Aachen. Ich muss zugeben, die Stadt ist für mich ein weißer Fleck – irgendwo an der Grenze, irgendwo hinter Köln. Bis heute. Denn mein Navigationssystem nimmt heute Morgen erstmals eine Adresse von dort ein: “Süsterfeldstr. 200, Aachen”. Es geht zu Ford.

Ford lud eine Gruppe Blogger in sein Forschungszentrum nach Aachen – für einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Ich war dabei und konnte sehen, wie der Autobauer sich um Qualitätssicherung und die künftigen Bedürfnisse seiner Kunden kümmert.
Teil 1 einer Serie.

Das Ford Forschungszentrum Aachen

Nun wissen die meisten: Ford, das ist Köln.
Aber natürlich ist Ford mehr als Köln. Als globales Unternehmen ist Ford an vielen Orten daheim, so eben auch in Aachen. Hier liegt das einzige Ford Forschungszentrum ausserhalb der USA. Seit Mitte der Neunziger beschäftigen sich hier heute 250 Ingenieure, Denker und IT-Spezialisten mit dem Thema Auto – mit Qualität und Innovationen der kommenden ein, zwei oder gar drei Fahrzeuggenerationen.

“Aachen ist für uns einfach ein idealer Standort”, erzählt Monika Wagener. Sie ist in Aachen ‘Head of External Affairs & Communications’ und damit die erste Ansprechpartnerin bei Fragen rund um das Zentrum. “Es ist die Internationalität hier”, fährt sie fort und führt beispielhaft ungefähr ein halbes Dutzend Länder auf, aus denen die Mitarbeiter hier kommen.
Internationalität ist für ein Forschungszentrum wie dieses wohl eine Grundvoraussetzung – die unterschiedlichen, kulturell bedingten Ansichten zu Dingen befruchten die Mitarbeiter hier gegenseitig.

Ebenso bunt wie die Farben der Nationen, die hier auf dem Gelände vertreten sind, muten auf den ersten Blick zuweilen die Forschungszweige an, mit denen sich bei Ford beschäftigt wird.
Natürlich ist das “FFA” (“Ford Forschungszentrum Aachen”) auch ein Zentrum für die Entwicklung neuer Motoren, vor allem die Diesel-Aggregate von Ford, aber auch der Ein-Liter-Dreizylinder, der jüngst den Engine of the Year-Award verliehen bekam, entstanden und entstehen hier. Daneben jedoch beschäftigen sich die Entwickler mit jeder Menge ‘ungewöhnlicher’ Ideen: Vom Stuhl, der den Puls des auf ihm thronenden misst, über Geräte, welche die subjektive Wärmeempfindung des Menschen nachempfinden, bis hin zum Zukunftsthema Car-to-Car Kommunikation. Ford blickt in Aachen über die Grenzen hinaus, die wir im aktuellen täglichen Erleben des Automobils haben.

Der intelligente Sitz

Ein Beispiel dafür ist der EKG-Sitz. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen, an welcher Ford Forschungs-Stipendien vergibt.
Der EKG-Stuhl ist aktuell ein Prototyp. Er kann über zwei von sechs in der Rückenlehne verarbeiteten Sensoren die Herzfrequenz des Fahrers ermitteln. “Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig“, führt Prof. Pim van der Jagt aus. Er ist Geschäftsführer des Ford Forschungszentrums und stellt den Sitz vor. Denkbar wäre ein automatisches Abbremsen des Autos, wenn Sitz und nach innen gerichtete Kamera ein abnormales Verhalten des Fahrers feststellten – beispielsweise im Fall eines Herzinfarktes. “Aber das ist noch Zukunftsmusik“, ergänzt van der Jagt – zu wenig weiß das Serien-Auto für eine autonome Fahrt (oder eben Bremsung) noch von seiner genauen Umgebung. Fussgänger, Bäume, Abhänge – das erkennt das Auto heute noch nicht. Aber auch ohne dieses Szenario hat der EKG-Sitz eine Zukunft: Wellness und Gesundheit sind das nächste große Thema beim Autokauf. Was heute Assistenzsysteme sind, ist künftig Wellness – das sehen wir heute sich schon langsam abzeichnen.”
Der EKG Sitz könnte so zum Beispiel für weniger Streß sorgen: “Stellen wir einen erhöhten Puls und Aufregung fest, könnten wir beispielsweise ankommende Anrufe unterdrücken, um den Streßlevel nicht noch höher werden zu lassen”, lässt van der Jagt sich in die Karten für die nahe Zukunft blicken. Ford wird dabei nicht selbst die Technologie des Sitzes bauen, sondern eher über einen Produzenten für medizinisches Zubehör beziehen.

Das Auto wird zunehmend intelligenter – mit den richtigen Systemen gar eine Art Ersatzmutter: “Da müssen wir natürlich aufpassen. Niemand will sich von seinem Auto erzählen lassen, wie er zu leben hat.” Entsprechend wird es also vom Kunden abhängig sein, ob das Auto sich künftig auch in die Auswahl des Restaurants einmischt, wenn es meint EKG und Gewicht passten eher zur Salatbar als zum Schnellrestaurant …

Zum Thema:
Ford – Automobilentwicklung mit Herzblut, mein-auto-blog
Mit Ford in die Automobile Zukunft!, rad-ab.com