
Ach. Jeder US-Amerikaner, der zu etwas poetischer Leistung imstande ist, möchte ihr ein lyrisches Denkmal setzen. Jeder Schweizer, der nach Deutschland kommt, bekommt Angstschweiß, wenn er an drei Spuren denkt, auf denen man nicht nebeneinander fahren darf. Und jeder Deutsche sehnt sich nach dem Urlaub im Ausland endlich wieder nach Bayern, Schleswig-Holstein oder einem der anderen wunderbaren 14 Bundesländer, in denen er nach dem Grenzübertritt endlich wieder das Gaspedal durchdrücken darf.
Die Rede ist natürlich von der Autobahn.
Jenes asphaltierten feuchten Traumes eines Möchtegernrennfahrers, auf dem man das eigene Auto ruhig mal über die in den Papieren genannte Höchstgeschwindigkeit dengelt, um damit das nächste mal mit Stolz geschwellter Brust am Stammtisch zu prahlen.
Das ich einen ganzen Blogabsatz mit pathetischem Vorurteil besudeln kann … ich bin so unglaublich! Yeah.
Spaß beiseite.
Autobahnen haben das Bild Deutschlands geprägt. Sie halten die Wirtschaft am Laufen, sie definieren für viele Autofahrer unser Ansehen in der Welt. Und sie waren für eine dunkle Stunde der deutschen Geschichte mächtiges Propagandawerkzeug. Dabei war es nicht einmal Herr A. H. aus B. am Inn, auf dessen Mist die Idee zur Autobahn gewachsen ist. Auch hat er nicht die ersten in Deutschland bauen lassen, wie es gemeinhin angenommen wird. Ihren Anfang nahm die Autobahn vor 80 Jahren im Rheinland. Hier wurde heute vor 80 Jahren, am 6. August 1932, die erste “Nur-Auto-Straße” zwischen Köln und Bonn eröffnet.
WDR und n-tv mit zwei lesenswerten Berichten:
Von wegen “Straßen des Führers”
Revolution aus dem Rheinland
Und natürlich das beste, naheliegenste Geburtstagsständchen:
